Romeo und Julia – Die Balkonszene

Dieser kleine Sketch wird immer wieder mal bei mir angefragt und er ist auch einfach zu lustig.  Deshalb hier für alle und natürlich (teilweise) mit Originaltext:

Romeo & Julia – Die Balkonszene

von Simone Ehrhardt

Requisiten:    ein niedriger Balkon
Akteure:        Julia, Romeo  

Julia:              Romeo, oh Romeo! Willst du schon fort? Der Tag ist noch nicht nahe. Es war die Nachtigall und nicht die Lerche, die die angstvolle Höhlung deines Ohrs durchdrang. Nächtlich singt sie in dem Granatapfelbaum dort drüben. Glaub mir, Liebster, es war die Nachtigall.

Romeo:          Es war die Lerche, der Herold des Morgens; keine Nachtigall. Sieh, Liebste, was für neidische Streifen dort drüben im Osten die trennenden Wolken mit Spitzen säumen. Ich muss fort und leben – oder bleiben und sterben. Dein Vater wird mich erschießen, wenn er mich hier findet.

Julia:              Das Licht dort drüben ist nicht Tageslicht. Es ist nur ein Meteor, der sein Leben aushaucht. Darum bleib noch. Du brauchst noch nicht fort.

Romeo:          (heroisch, dramatisch, ironisch) Na schön! Mögen sie mich fangen, mögen sie mich hinrichten… Ich bin zufrieden, wenn du es so haben willst. Komm, Tod, und willkommen! Julia will es so. Wie geht’s, meine Seele? Lass uns reden. Es ist nicht Tag.


Julia:              (leicht zerknirscht) Nun, du hast ja recht. Es ist der Morgen, der uns graut. Oh bittres Tageslicht, das meinen Liebsten mir entreißt.


Romeo:          Leb wohl, leb wohl! Ein Kuss, und ich steige hinab.

(Julia spitzt die Lippen und schließt die Augen in Erwartung eines Kusses, aber Romeo verliert das Gleichgewicht und fällt mit einem Schrei vom Balkon.)


Julia:              (Öffnet die Augen und bemerkt etwas unzufrieden, dass Romeo schon unten ist.) Bist du so fort, Liebster und Herr, ja Gatte und Freund? Warum willst du mir keinen Abschiedskuss geben? Liebst du mich nicht mehr?

Romeo:          (Stöhnt vor Schmerzen) Doch!

Julia:              Oh, glaubst du, wir werden uns je wiedersehen?

Romeo:          Ich zweifle nicht, es sei denn, meine gebrochenen Knochen hindern mich daran.

Julia:              Oh Schreck, meine Seele ahnt Übles! Mir scheint, ich sehe dich, nun da du so tief bist, wie einen tot am Grunde eines Grabes. Entweder meine Augen lassen mich im Stich oder du siehst blass aus.


Romeo:          (ungehalten) Und vertrau mir, Liebste, du in meinen Augen auch.      (…)

Hier ist noch nicht Schluss, es geht noch weiter!

Den kompletten Text gibt es zum Gratis-Download in meinem Theater- und Sketche-Archiv auf simone-ehrhardt.de!