Als Autor im Internet – Website, Facebook, Twitter & Co.

Es erstaunt mich immer wieder, dass viele AutorInnen gerade in Deutschland keine Webseite haben. Ich glaube, es gibt immer noch viele, die meinen, auch ohne das Internet auskommen zu können. Das kann man natürlich, wenn man entweder schon total bekannt ist oder gar nicht bekannt werden möchte. Alle anderen sollten nutzen und für sich entdecken, was das Internet ihnen bieten kann. Es geht heute einfach nicht mehr ohne.

Webseite
Die einfachste und gängigste Möglichkeit, sich im Internet zu präsentieren, ist eine eigene Webseite/Homepage. Das ist die Plattform, die jeder, der sich informieren möchte über den Autor und die Veröffentlichungen, zuallererst ansteuert. Man findet sie über Suchmaschinen oder Links auf anderen Seiten. Das Mindeste auf einer Webseite sollte eine gute Übersicht über die Werke mit allen nötigen Informationen sein – ganz so, als wäre der Besucher in einem Laden und würde sich überlegen, welches Buch ihm am besten gefällt. Dazu bietet sich an, ein paar persönliche Worte über sich zu verlieren, über das, was einen bewegt, über die Themen der Bücher oder auch darüber, wie man zum Schreiben gekommen ist. Wer Anregungen sucht für die Gestaltung der eigenen Seite, sollte andere Autorenseiten besuchen, vor allem auch die von amerikanischen Autoren, die in der Professionalität den deutschen Autoren oft weit voraus sind. Fein raus ist man übrigens, wenn man einen Verlag hat, der für einen eine Webseite führt. Ganz wichtig: Die Webseite auch pflegen und auf dem neuesten Stand halten. Es gibt nichts Langweiligeres als eine veraltete Webseite!

Blog
Ein Blog wie dieser hier ist eine gute Möglichkeit, Leser auf dem Laufenden zu halten. Die Themen bestimmt dabei natürlich jeder selbst, aber es bietet sich z.B. alles an, was mit dem Schreiben und den Veröffentlichungen im Zusammenhang steht, Veranstaltungshinweise, Tipps für andere Autoren, interessante Themen, die auch in  den eigenen Büchern und Texten Erwähnung finden, Vorstellung anderer interessanter Blogs und Webseiten usw. Auch hier gilt: Wenn man sich nicht ein bisschen Mühe gibt und sich einigermaßen regelmäßig um neue Einträge bemüht, sollte man es lieber lassen oder den Blog als Privatvergnügen führen. Denn genau wie die Webseite sollte ein Blog, der mit dem Beruflichen zu tun hat (also dem Schreiben) als eine Werbemaßnahme gesehen werden, und da ist Vernachlässigung eher schädlich.

Facebook, Twitter & Co.
Es gibt im Internet viele, viele Möglichkeiten, sich als Autor mit seinen Werken zu präsentieren. Neben den ganz bekannten wie Facebook und Twitter gibt es andere „social networks“ (soziale Netzwerke) wie Xing, Myspace, Seiten, die Autoren und Leser zusammenbringen wie Buchgesichter oder neobooks, Foren oder auch Seiten von Organisationen, auf denen man aufgeführt wird, wenn man sich ihnen anschließt, wie die Mörderischen Schwestern oder DeLiA. Es ist grundsätzlich vorteilhaft, wenn man hier und da zu finden ist, weil man überall andere Leute erreicht und den Eindruck vermittelt präsent zu sein.

Es geht aber auch darum, Kontakte zu knüpfen. Deshalb bin ich inzwischen ein Fan von Facebook geworden. Dort sind nun mal die anderen auch alle, und das ist der große Vorteil. Über Facebook findet man Fans, Leute, die sich für die eigenen Veröffentlichungen interessieren lassen, Fachleute, Kolleginnen und Kollegen und eigentlich alles, was irgendwie mit Literatur zu tun hat – Verlage, Agenten, Lektoren, Rezensenten, Buchmesseveranstalter – und das alles international. Es wäre fast sträflich, sich dort nicht zu tummeln. Man hat bei Facebook viele Möglichkeiten, z.B. eine eigene Autorenseite einzurichten, Fotos hochzuladen, Veranstaltungen bekannt zu machen und gezielt dazu einzuladen, Fragen zu stellen, Informationen zu sammeln, sein Netzwerk auszubauen und durch interessante Mitteilungen auf sich aufmerksam zu machen.

Auch Twitter ist ein nützliches Instrument, um Kontakte aufzubauen, wenn ich es auch wesentlich unpersönlicher finde als Facebook. Bei Twitter geht es darum, möglichst viele „Follower“ zu gewinnen, die dann wiederum das lesen, was man von sich gibt. Das Tempo bestimmt man selbst. Schreibt man viel, werden wiederum viele auf einen aufmerksam. Das geht durch Stichwortsuche, durch Empfehlungen oder auch durch automatische Abfrage nach bestimmten Begriffen von anderen, die so herausfiltern, ob jemand etwas für sie Interessantes schreibt, z.B. würde man ins Visier von Immobilienfirmen geraten, wenn man über Immobilien, Umzug u.ä. schreibt. Twittermeldungen tauchen ein paar Sekunden lang auf dem Bildschirm der anderen auf, d.h. es ist eine sehr kurzlebige Kommunikation. Wichtig dabei ist, dass man praktisch jeden Tag etwas twittert, auch wenn es nur drei oder vier Mal ist. Und hilfreich ist vor allem, wenn man eine persönliche „Masche“ findet, die es sonst nicht gibt und andere veranlasst, einem zu folgen.

E-Mail
Eigentlich sollte das selbstverständlich sein – wenn man eine E-Mailadresse hat und weitergibt, sollte man auch regelmäßig seine Mails lesen und beantworten. Wer nicht möchte, dass Leser oder Menschen mit Fragen in Kontakt mit einem treten, sollte besser gar nicht erst eine Mailadresse angeben, denn es stößt die anderen nur unnötig vor den Kopf, wenn sie nie eine Antwort bekommen. Wenn es die Möglichkeit gibt, kann man alle Anfragen über einen Verlag laufen lassen. Für alle anderen gilt: Mit einer E-Mailadresse mache ich mich verfüg- und ansprechbar, was sehr positiv sein kann. Es ist immer wieder eine Freude, eine E-Mail von einem Leser zu erhalten, in der zum Ausdruck kommt, wie gut demjenigen dieses oder jenes Buch gefallen hat. Alternativ kann man ein Kontaktformular auf die Webseite setzen, aber auch hier sollte man antworten. Per E-Mail kann man übrigens regelmäßige oder unregelmäßige Newsletter verschicken, in denen man über Neuigkeiten berichtet, z.B. Neuerscheinungen oder anstehende Lesungen.

Zum Schluss ein paar erstklassige Autorenseiten:

Dan Brown

Frank Schätzing

J.K. Rowling

Meg Cabot

 

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