Advent im August und wie eine Autorin ihre eigenen Werke so sieht

Gerade habe ich die Druckfahnen für das neue Adventsbuch „Das wundersame Weihnachtsgeschenk“ durchgelesen. Nun fiel das auch noch in meine sogenannten „Ferienzeit“ und das ist in der Regel recht kurzfristig, mit gerade mal einer Woche Zeit, um noch mal alles durchzusehen und Änderungswünsche anzumelden. Aber das macht nichts, denn das Buch hat mir sehr gut gefallen. Das mag komisch klingen, da ich es doch selbst geschrieben habe.

Eigentlich ist es schon eine seltsame Sache, aber während ich eine Geschichte schreibe – speziell bei Kurzgeschichten ist es so – und kurz danach, oder auch noch eine ganze Zeit lang, kann ich oft gar nicht richtig einschätzen, wie gut der Text geworden ist. Natürlich gebe ich mir Mühe und glaube auch daran, dass es einigermaßen funktioniert, aber es dauert mitunter ziemlich lange, bis ich einen vernünftigen Abstand zu meinem Geschriebenen gewonnen habe und es relativ objektiv betrachten kann. Ich bin in dieser Phase oft sehr selbstkritisch und voller Zweifel.

Aber spätestens wenn ich das fertige Buch vor mir habe – meistens in Form der Druckvorlage, was nichts anderes heißt, als dass das Buch fertig formatiert ist, mit allen Seitenzahlen, Grafiken und Absätzen und eben genauso aussieht, wie es dann auch im Druck sein wird -, ist das überwunden und mein Blickwinkel verändert sich. Und dann bin ich jedes Mal froh, wenn ich feststelle, dass mir mein neuestes Werk gelungen ist und mir selbst gefällt. Also, ich bin keineswegs von mir selbst eingenommen, wenn ich vermelde, dass mir mein eigenes Buch gut gefällt. Es heißt einfach nur, dass ich jetzt, mit genügend Abstand, sagen kann, dass es mir gelungen vorkommt, und dass mich das doch irgendwie froh stimmt und erleichtert. 🙂