Zwei Türchen im Adventskalender öffnen sich ganz leicht schon jetzt

Für alle, die noch nicht wissen, ob sie das wunderbare neue AdventskalenderbuchDas wundersame Weihnachtsgeschenk“ kaufen sollen oder nicht, gibt es heute zwei der Geschichten zum Reinschnuppern.

Es geht um kleine und große Wunder, um viele verschiedene Menschen und eine Menge Erlebnisse und natürlich um Geschenke – um ein großes Geschenk und viele kleine, die alle zusammenhängen. Es sind lustige und besinnliche Geschichten, abenteuerliche und ermutigende, alle voller liebenswerter Charaktere und ganz viel weihnachtlichem Geist.

13. Dezember

„Papa, was machst du da?“ Die vierjährige Charlotte stand in der Tür und ließ eisige Luft herein. Ein pfeifender Wind hatte sich in der Nacht erhoben und erinnerte daran, dass es Dezember war.

Henrik Vanderreet sah kurz auf. „Ich arbeite.“

„Kann ich zusehen?“

Er blickte noch einmal auf und nickte seiner Tochter zu. „Na schön, wenn du mich nicht störst und genügend Abstand hältst.“

Er ging zu ihr und drückte das große Tor zu, als sie drinnen war. Es war kalt genug in seinem Atelier, einer ehemaligen Scheune. Sie war nicht beheizbar, und das machte seine Arbeit im Winter manchmal richtiggehend unangenehm. Andererseits, wenn er in eins seiner Werke vertieft war, wurde ihm die Kälte oft nicht bewusst und er kam dann ganz ausgekühlt ins Haus zurück. Er musste aufpassen, dass Charlotte nicht zu lange blieb und sich eine Erkältung holte.

„Was ist das?“ Charlotte deutete neugierig auf den grob behauenen gelben Sandsteinklotz aus Italien, an dem Henrik arbeitete. Sie saß auf einer Holzkiste, auf der eine alte Wolldecke lag, die als Sitzpolster und Schutz gegen Kälte und Splitter diente.

„Das ist eine Auftragsarbeit für eine Stadt. Es ist die Nachbildung eines berühmten Mannes dieser Stadt und die Skulptur wird im Innenhof des Rathauses aufgestellt.“

Charlotte zog die Stirn kraus und musterte kritisch das, was von der Figur zu erkennen war. „Der sieht aus wie Josef“, erklärte sie schließlich bestimmt.

Henrik, der gerade wieder mit Hammer und Meißel seine Arbeit aufnehmen wollte, ließ die Werkzeuge sinken. „Josef? Welcher Josef denn?“

„Na, der Josef von Josef und Maria.“ Charlotte warf ihm einen Blick zu, der deutlich machte, dass er das eigentlich wissen müsste.

Henrik trat einige Schritte zurück und begutachtete den mannshohen Block. Er konnte nicht verstehen, was seine Tochter meinte. Wie kam sie nur auf Josef? Vermutlich, weil bald Weihnachten war und sie im Kindergarten ein Krippenspiel einübten. Überhaupt, wieso war sie zu Hause?

„Wieso bist du nicht im Kindergarten? Es ist doch erst Vormittag!“

Charlotte sah ihn erstaunt an. „Weißt du das nicht mehr? Der ist doch geschlossen wegen Mumps.“

Ach ja, sie hatte recht, jetzt fiel es Henrik wieder ein. Meike, seine Frau, hatte es ihm am vorigen Abend mitgeteilt, ehe er zu seinem Treffen mit der jungen Kfz-Mechanikerin gefahren war. Mumps, wie ärgerlich, dachte er noch, doch schon sprangen seine Erinnerungen zurück zu der jungen Frau, der er begegnet war. Er hob Hammer und Meißel an den Stein und fing an zu arbeiten, während er seinen Gedanken freien Lauf ließ. Alles, was um ihn herum war, blendete er innerhalb von Sekunden komplett aus.

Er sah die junge Frau vor sich. Er hatte sie in der letzten Woche in der Werkstatt entdeckt, als er seinen Wagen zum Ölwechsel hingebracht hatte. Sie war ihm aufgefallen, denn sie sah fast genauso aus wie die Skulptur, die er als Nächstes angehen wollte, nachdem er mit dieser Auftragsarbeit fertig war. Er hatte bereits alles vor seinem inneren Auge. Es sollte eine Landfrau werden, eine Bäuerin aus dem vorletzten Jahrhundert, wie es so viele in dieser Gegend unweit des Bodensees gegeben hatte. Doch sie sollte nicht einfach nur Bäuerin sein; er wollte sie darstellen als Mutter der Natur, der Erde: warm, offenherzig, hilfsbereit, und doch verschlossen, auf sich konzentriert, in den Umständen gefangen. Es würde schwierig werden, er wusste noch nicht, welches Material er verwenden sollte. Er brauchte auch noch ein paar Fotografien der jungen Frau. Hieß sie nicht Cosima? Kein schlechter Name im Grunde, vielleicht nannte er die Skulptur sogar nach ihr. Meike würde es freuen. Sie war es leid, immerzu sein Modell zu sein.

„Papa, weißt du, was Niklas gestern gemacht hat?“, drang die empörte Stimme seiner Tochter in seinen Gedankengang.

„Hm?“, brummte er und war gleich darauf wieder ganz woanders, während Charlotte in epischer Breite von Niklas’ neuesten Untaten berichtete. Henrik hatte den ganzen Abend über an Äpfel denken müssen. Es war verrückt, bis er darauf gekommen war, dass es Cosimas Parfüm sein musste. Jetzt dachte er auch wieder an Äpfel, außerdem an Nüsse, Lebkuchen, Mandelkern … Henrik wischte sich mit dem Ärmel über die Augen. Mandelkern? Wo war denn dieses Wort hergekommen? Ein Gesicht tauchte vor ihm auf und die Idee, diesem Menschen ein Geschenk zu machen. Henrik zuckte zusammen.

„… und dann hat Wanja ihm den Saft weggenommen und dabei alles verschüttet …“, tauchte Charlottes Stimme kurz im Hintergrund auf. Wieso sollte er dem verschrobenen alten Vogtmann überhaupt etwas schenken? Der alte Mann war ein Stinkstiefel und machte ihm das Leben schwer, wenn er konnte. Im Dorf waren Henrik und seine Familie ohnehin Exoten, zugezogen vor einigen Jahren aus Nordrhein-Westfalen, noch dazu Künstler. Was konnten die Menschen hier auf dem Land schon mit Künstlern anfangen? Nichts. Sie hatten sie von Anfang an misstrauisch beäugt und skurrile Gerüchte verbreitet. Meike und er hatten sich nach Kräften bemüht, mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen und Freundschaften aufzubauen, aber es war mühsam und vor allem eine langwierige Sache. Hier und da gelang es allmählich; sie waren inzwischen besser integriert und man begann, einen gewissen Stolz darauf zu entwickeln, dass zwei renommierte Kunstschaffende – er als Bildhauer und Meike als Malerin – zum Dorf gehörten. Man bekam so langsam mit, dass sie in Deutschland nicht ganz unbekannt waren.

Aber Wenzel Vogtmann weigerte sich beharrlich, Sympathie zu zeigen oder auch nur freundlich zu grüßen. Er war der übernächste Nachbar und kam täglich an ihrem Hof vorbei, warf ihnen verächtliche Blicke zu, wann immer er sie zu Gesicht bekam, und schwieg. Henrik wehrte sich gegen die Idee, aber sie war hartnäckig. Er sah sich mit einem Korb voller Lebensmittel vor Vogtmanns Haustür stehen, obendrauf eine Tüte mit den leckersten Weihnachtsplätzchen der Welt, Meikes Terrassenplätzchen. Es war eine Schnapsidee! Henrik betrachtete den Sandstein und fand, er sollte an der rechten Schulter noch mehr Rundung herausarbeiten.

Charlotte plapperte munter vor sich hin. „… aber Mama meint, dass Mia gar nichts dafür kann, weil nämlich …“

Henrik war Künstler und als solcher gewohnt, absurde Ideen zu bekommen, die Dinge aus anderen Blickwinkeln zu betrachten, neue Wege zu gehen, die abseits des Mainstreams lagen. Oft genug fühlte er sich als Avantgardist in einer Welt, die in Konventionen und eingeschliffenen Denkweisen gefangen war. Er war mit seiner Intuition, seinem Bauchgefühl vertraut. Er hatte keine Angst, Eingebungen zu folgen. Aber das? Er würde sich doch zum Narren machen! Vogtmann würde sich kaputtlachen und danach überall im Dorf herumerzählen, was für ein einfältiger Dummkopf er war. Henrik fühlte bereits Verlegenheit in sich aufsteigen, ein Vorabschämen für etwas, was er noch gar nicht getan hatte. Wo kam bitte diese absurde Idee her?

„Glaubst du das auch, Papa? Dass Gott uns immer sieht?“, drang Charlotte in seinen Gedankenstrom ein.

„Hm?“

Seine Tochter sah ihn vorwurfsvoll an.

„Oh ja, aber sicher, Schätzchen“, entgegnete Henrik.

Charlotte setzte ihre Erzählung fort.

Gott?, dachte Henrik erschrocken. War das eine göttliche Eingebung? Das war doch unmöglich. Obwohl, Meike würde das sicher nicht finden.

Hätte er nur nicht den ganzen Abend über dieses Parfüm in der Nase gehabt! Er war sich sicher, dass der Apfelduft an allem Schuld war. Er musste jetzt damit aufhören. Er würde diese Anwandlung von Größenwahn und Almosenberufung nicht weiter beachten und aus seinem Kopf verbannen! Entschlossen meißelte Henrik ein kleines Stück Stein am Ellbogen heraus.

„… du sollst ihm das schenken!“

Erschrocken fuhr Henrik hoch. „Was? Was hast du gesagt?“

Charlotte stockte verunsichert.

„Sag das noch mal!“, forderte Henrik seine Tochter auf.

„Du sollst ihm das schenken?“ Sie wusste nicht, was auf einmal los war.

Henrik eilte zu ihr, warf seine Werkzeuge auf eine Bank und hob Charlotte hoch. „Du hast ganz recht, mein Engel, weißt du das?“ Er drückte ihr einen dicken Kuss auf die Wange. „Komm, wir haben etwas zu erledigen. Außerdem wird es hier jetzt zu kalt für dich.“

Er setzte seine kleine Tochter wieder auf den Boden und ging mit ihr zum Tor. Als er es aufgeschoben hatte und Charlotte schon zum Haus rannte, sah er sich noch einmal um. Verblüfft starrte er auf den gelben Sandsteinblock.

Meine Güte, sie hat ganz recht: Der sieht wirklich aus wie Josef!, dachte er noch, ehe er das Tor hinter sich zuschob.

 

20. Dezember

„Bekommen Sie das wieder hin? Ich erwarte Heiligabend Gäste und kann keine Verstopfung brauchen!“

Ralph grunzte etwas Unverständliches, während er sich über den Patienten beugte und in dessen Tiefen herumstocherte, um festzustellen, wo das Problem lag. Es war doch immer dasselbe so kurz vor Weihnachten: Die Leute stopften hinunter, was irgendwie ging, und wunderten sich anschließend, wenn es stecken blieb. Zu allem Überfluss sollte dann auch noch alles hopplahopp wieder frei sein.

„Nicht auszudenken, wenn die Sache bis dahin nicht behoben wäre! Ich wüsste gar nicht, was ich tun sollte. Vielleicht sollte ich lieber alles absagen?“

Ralph lauschte nach unten, wo ein leises Ächzen erklang.

„Hören Sie mir eigentlich zu, Herr … Herr …?“

„Schmidt.“

„… Herr Schmidt.“ Sie betonte seinen Nachnamen, als hätte er etwas Anstößiges an sich. Ralph riss langsam der Geduldsfaden. Frau von Salzen ging ihm mächtig auf die Nerven. Wenn sie nicht seine Kundin wäre, hätte er ihr befohlen, sich zu verziehen und abzuwarten, bis er mit seiner Arbeit fertig war.

„Wenn Sie nicht still sind, kann ich nichts hören“, sagte er stattdessen. Frau von Salzen verstummte eingeschnappt, aber nicht für lange, bedauerlicherweise.

„Also, Herr Schmidt, ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie sich etwas beeilen könnten. Falls Sie die Sache nicht in den Griff bekommen, muss ich mich nämlich nach einem anderen Handwerker umsehen. Und Ihnen muss ich wohl kaum sagen, wie schwierig das vor den Feiertagen ist!“ Sie nestelte nervös an einem fedrigen Ding herum, das sie sich um die Schultern gewickelt hatte. Ralph stöhnte, leider zu laut.

„Was meinen Sie? Haben Sie etwas?“, erkundigte sich die Frau und reckte den Hals, um festzustellen, was er in den Tiefen ihrer Toilette entdeckt haben mochte.

„Das ist doch sicher nicht Ihr einziges Klo“, meinte Ralph, denn eine Villa wie diese hatte bestimmt mindestens drei Badezimmer außer diesem Gäste-WC, in dem sie sich gerade befanden.

„Meine Gäste können doch nicht nach oben gehen!“, erwiderte Frau von Salzen entsetzt und riss die Augen auf. „Also bitte, was ist nun?“

Ralph richtete vorsichtig seinen schmerzenden Rücken auf und erhob sich von den Knien, die bedenklich knackten, als er die Beine streckte. „Ich kann noch nichts Genaues sagen. Da unten steckt etwas, aber es ist so tief, dass ich ein anderes Werkzeug brauche. Und dann weiß ich noch nicht, ob ich es herausbekomme. Notfalls muss ich die Toilette abmontieren.“ Frau von Salzen wurde bleich. Was erwartete sie von ihm? Er war ein erfahrener Sanitär-Installateur Anfang fünfzig, etwas pummelig um die Körpermitte vielleicht, und er sagte geradeheraus, was Sache war. Für diese Gesellschaftsziege würde er jetzt nicht anfangen, sich geschwollen auszudrücken. Na, vielleicht war es auch gar nicht seine Wortwahl, sondern die Aussicht, das Klo abmontiert zu bekommen, oder auch einfach das ganze Gesprächsthema. Eine Hoheit wie Frau von Salzen sprach wohl nicht eben oft über Toilettenangelegenheiten.

Die Kundin sah ihn irritiert an. „Na schön, dann tun Sie, was Sie können.“ Sie drückte sich an die Wand, um ihn vorbeizulassen. Es sah aus, als hätte sie Angst, ihn zu berühren. Tatsächlich rümpfte sie ein klein wenig die Nase, als er sie passierte. Ralph machte sich einen Spaß draus und kam ihr näher als nötig, nur um sie zu ärgern. Sie schloss die Augen in stummer Kapitulation.

Als Ralph mit seinen Gerätschaften vom Auto zurückkehrte, hatte sie sich verzogen und ihm das Feld überlassen. Erleichtert machte er sich wieder an die Arbeit. In den Tiefen des Toilettenrohres spürte er ganz deutlich einen Widerstand, doch wie sollte er das, was dort festhing, herausbekommen? Er probierte Verschiedenes aus, doch nichts gelang und er hatte Sorge, das Objekt noch tiefer hinunterzudrücken. Eine Idee hatte er noch, ehe er sich ans Abmontieren machte, auch wenn es ihm irgendwie leidtat. Aus seiner Tasche  holte er das Hundefoto, das er in seinem Briefkasten gefunden hatte, als er am Tag zuvor von der Arbeit kam. Er hatte es eingesteckt und in der Wohnung dann vergessen, es herauszuholen. Nun war es ihm beim Durchstöbern seiner Werkzeuge in die Hände gefallen und erwies sich vielleicht als die Lösung. Ralph nahm den Bilderrahmen auseinander und bog die Metallklammer, die normalerweise das Foto gegen das Glas presste, zurecht, befestigte sie an einem Draht und machte sich erneut ans Werk.

 

Ilona von Salzen ging unruhig in ihrer Küche auf und ab. Wie lange brauchte dieser unmögliche Mann eigentlich? Er war seit mindestens einer halben Stunde im Gäste-WC. Hatte er etwa seine Drohung wahr gemacht und das Klosett demontiert? Sie mochte gar nicht daran denken, wie der Raum danach aussehen, geschweige denn, wie er stinken würde. Ausgerechnet jetzt musste das alles passieren, wo sie sich doch solche Mühe gab, ihr Haus nach Weihnachten duften zu lassen! Gerade hatte sie den Entschluss gefasst, nachzusehen, als dieser schmutzige, übelriechende Handwerker durch die Diele auf sie zusteuerte. In den Händen hielt er einen Gegenstand und tropfte damit den Boden voll.

„Was tun Sie denn da?“, kreischte Ilona erschrocken.

„Ich wollte Ihnen nur zeigen, was Ihr Klo verstopft hat“, entgegnete Herr Schmidt gelassen und hielt ihr etwas hin. Es war eine Damenfeinstrumpfhose und sie triefte nun den Küchenboden voll, bis sich eine keimverseuchte Pfütze bildete. Ilona wusste nicht, ob sie vor Scham im Boden versinken oder lieber den Mann zusammenstauchen sollte.

„Ich glaube, ich sollte mich bei Ihrem Chef beschweren …“, stammelte sie.

„Ich bin der Chef. Haben Sie das nicht gemerkt? Die Firma heißt Sanitär Schmidt.“ Er betonte den Namen so wie sie vorhin und grinste. Dann hielt er ihr die Strumpfhose hin. „Hier, vielleicht wollen Sie die noch mal anziehen.“

Ilona wich zurück. „Tun Sie sie weg. Die werde ich ganz sicher nicht anfassen.“

Herr Schmidt ging mit seinem geborgenen Schatz durch die Küche, riss ein Fenster auf und warf ihn hinaus auf die Straße. „So, Sache erledigt.“

„Sind Sie irre?“, entfuhr es Ilona.

„Möchten Sie gleich bezahlen oder soll ich Ihnen die Rechnung zuschicken?“, fragte der Installateur mit strenger Stimme.

Ein Schauer durchfuhr Ilona. Der Mann stand da, fixierte sie und wartete auf ihre Antwort. Ihre Knie fühlten sich merkwürdig weich an. Sie schluckte. „Was wäre Ihnen denn lieber?“, erkundigte sie sich, weil sie sich nicht entscheiden konnte.

„Ich schicke Ihnen eine Rechnung“, verkündete Herr Schmidt und schien es eilig zu haben, das Haus zu verlassen.

„Schön, tun Sie das“, war ihr Kommentar, während sie ihm zum Gäste-WC hinterherlief. Der Handwerker fing an, seine Werkzeuge zusammenzuräumen. Der Mann imponierte ihr auf einmal. Er war so … so … entscheidungsfreudig. Und ein bisschen dominant. Das mochte sie. Schneller als ihr lieb war, hatte er gepackt und war auf dem Weg zur Haustür.

„Möchten Sie noch ein paar Pfeffernüsse?“, bot sie an.

Herr Schmidt hielt inne und sah sie an, als ob er an ihrem Verstand zweifelte. „Nein, danke. Wenn Sie nur bald die Rechnung bezahlen, bin ich vollauf zufrieden.“

„Natürlich, aber Sie werden sich bis nach Weihnachten gedulden müssen. Ich habe Gäste und keine Zeit für etwas anderes“, erwiderte Ilona spitz.

Der Handwerker grunzte und marschierte zur Tür hinaus. Na schön, dann würde sie sich eben etwas einfallen lassen müssen. Irgendeinen Weg fände sie sicher, um ihn wiederzusehen. Sie konnte ja etwas von Hannelores Weihnachtstörtchen in den Abfluss drücken. Die Dinger waren zäh wie Leder und klebten wie Pech. Sie bekäme das schon hin. Ilonas Herz schlug schneller.

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