Schreibblockade

Oh, oh, das böse S-Wort … Für mich ein vollkommenes Fremdwort. Ja, schön wär’s! Nein, ganz ehrlich, bis vor etwa einem Jahr wusste ich nicht, wie das geht, eine Schreibblockade. Aber dann hat sie mich doch erwischt, zum Glück nur ganz selektiv. Ich schreibe alles Mögliche und irgendwie fällt mir immer etwas ein, nur bei diesem einen, speziellen Text habe ich ein Problem.

Es ist ein Theaterstück, ein langes, abendfüllendes, und ich habe es hier und da schon erwähnt (vielleicht mehr bei Facebook als hier, kann mich nicht mehr genau erinnern). Es ist zum großen Teil geschrieben, nur das Ende fehlt. Und ich habe absolut keine Ahnung, warum! Das Stück gefällt mir gut, die Idee ist schön, ich kann es mir prima in Aufführung vorstellen, also warum nur kann ich den Schluss nicht schreiben? Klar, er ist mir noch nicht eingefallen, aber das ist ja so ziemlich dasselbe. Seit gut einem Jahr sitzt mir dieser letzte Akt im Nacken und nervt mich. Es ist nämlich nicht so, dass ich das einfach vergessen könnte. Nein, es erinnert mich ständig daran, dass es beendet werden will, und das möglichst noch in diesem Jahrzehnt.

Ich habe schon manches versucht – neue Figur eingeführt, andere Sachen zuerst geschrieben, ausgedruckt und immer wieder durchgelesen, den Schreibort verändert, versucht, ganz locker und lässig dranzugehen, gedacht, einfach irgendwas zu schreiben, Hauptsache, es steht dann mal was da, egal wie sinnlos … Es hilft alles nichts. Ich überlege auch immer wieder, ob mit dem Stück insgesamt etwas nicht stimmt, weil es nicht zu Ende kommen will, aber auch dazu hatte ich bislang noch keine Erleuchtung, und irgendwie glaube ich es auch nicht. Es ist nicht mein erstes Theaterstück, aber meine erste Komödie, vielleicht liegt es also daran? Ich habe aber schon andere lustige Stücke geschrieben, nur kürzer. Also ist es die Länge? Ach, aber wieso denn? Ich schreibe doch ganze Romane, die haben auch am Ende einen Schluss und ich bekomme den immer hin. Ist es, weil ich unter einem gewissen Druck stehe, nachdem ich das Stück schon einem Theater angepriesen habe und sie sich interessiert zeigten? Das wäre auch ein Novum, denn ich schreibe eigentlich selbst mit Abgabeterminen gut und gründlich. Das erhöht aber zumindest die Dramatik der Angelegenheit.

Ein riesiges Mysterium … Wünscht mir alles Gute für das Stück, damit es noch in diesem Jahr endlich aus meinem Kopf verschwinden kann.