Gemeines Gift

Manchmal kommt alles zusammen. Ich bin ein großer Fan von Jessica Fletcher und „Mord ist ihr Hobby“ und neulich wurde ich auf ein Computerspiel aufmerksam, das es zur Serie gibt. Nicht sonderlich schwierig, aber ganz nett. Einer von den fünf oder sechs Fällen, die es zu lösen gilt, handelt von einem tückischen Mord mit einem Pflanzengift. Und was sehe ich bei meinem nächsten Besuch im Gartencenter? Eben jene Samen, aus denen das Gift gewonnen wird.

DSC01987Wunderbaum oder auch Rizinus, lateinisch Ricinus communis (zanzibariensis). Obwohl höchst giftig, kann man sich den Wunderbaum als schnell wachsende Pflanze in den Garten setzen und den Anblick der aparten Blätter genießen.

Nun ist in den Samen nicht nur Gift, sondern auch Öl, das Rizinusöl. Schon die alten Ägypter und Griechen verwendeten es zur Behandlung von allerlei äußerlichen Beschwerden wie Ausschläge, Wunden, Krätze, schlecht heilende Narben, Flechten usw. Innerlich angewandt löst es heftigen Durchfall aus und andere unerfreuliche Reaktionen (was für mich auch irgendwie nach einer Vergiftung klingt). Also nicht wirklich etwas, was man ausprobieren möchte. Das Öl wurde aber auch als Brennmaterial verwendet, gegen Motten und Ungeziefer im Haus. Ricinus heißt Holzbock und der Name soll daher kommen, dass die Samen eine große Ähnlichkeit mit Holzböcken haben. Communis wiederum heißt gemein, aber im Sinn von gewöhnlich und nicht von niederträchtig.

Wenn man allerdings Gift von der Pflanze gewinnen will, genügt es nicht, einfach nur das Öl zu nehmen. Das Rizin sitzt in den Schalen der Samenkapseln, verbindet sich allerdings nicht mit Öl und bleibt beim Pressen der Samen in den Pressresten zurück. Es ist etwas kompliziert, an das Gift zu kommen, aber es ist höchst tödlich. Schon kleinste Mengen genügen und es gibt kein Gegengift (zumindest steht es so bei Wikipedia).
Bei Jessicas Mordfall wurde das Rizin übrigens auf die Dornen einer Rose gestrichen, sodass sich das arme Opfer beim Aufheben der schönen Blume selbst den Tod brachte. Ob das wirklich so funktioniert? Wer weiß, es ist ja nur eine Geschichte …

Zurück zu meinem Foto von den Samen. Sie liegen in einer Schale mit Wasser, weil empfohlen wird, sie vor dem Aussäen einen Tag aufquellen zu lassen. Jetzt ist nicht unbedingt die beste Zeit dafür, normalerweise macht man das im Frühjahr, damit der Wunderbaum im Garten über den Sommer schön üppig werden kann. Er ist bei uns nicht winterhart und geht ein, wenn man ihn draußen stehen hat. Ich will aber versuchen, die Pflanzen drinnen zu überwintern, falls tatsächlich noch kleine Keime ans Licht kommen.

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