Frozen – Tod im Eis

Meine erste Leserunde bei Lovelybooks geht allmählich zu Ende. Ich hatte das große Glück, ein Exemplar von „Frozen“ von Jens Schumacher zu gewinnen, bekam es zugeschickt und fing an zu lesen. Allerdings erst, nachdem ich vorher noch „Berge des Wahnsinns“ von H.P. Lovecraft studiert habe. Was es damit auf sich hat? Hier kommt meine Rezension:

Frozen – Tod im Eis

Weiß, kalt, tot – die Antarktis. Dorthin reist der junge Kanadier Henry Wilkins, um seinen Vater Donald zu besuchen, der mit einem Team auf Expedition ist. Doch als Henry mit befreundeten Wissenschaftlern nach einem turbulenten Flug landet, ist sein Vater verschollen. Ein Suchtrupp wird zusammengestellt und macht sich auf den Weg, einschließlich Henrys.
Das Reisen in der Antarktis ist hart und gefährlich, das Vorankommen geschieht für Henry nicht schnell genug, doch irgendwann finden sie erste Spuren des Wilkins-Teams. Sie heften sich an dessen Fersen, finden ein weiteres Lager – und Beweise für ein blutiges Massacker. Was hat das alles mit dem zu tun, was Professor Wilkins in der Antarktis fand – Schriftzeichen, ein unbekanntes, eingefrorenes Lebewesen und schließlich eine nicht verzeichnete Bergkette und eine geheimnisvolle, düstere, riesenhafte Stadt?Mit mulmigen Gefühlen setzt Henrys Team die Suche fort, doch plötzlich sind sie nicht mehr allein in den eisigen Weiten der Antarktis. Ein gefährlicher Mann und seine Privatarmee nehmen sie gefangen, auf der Jagd nach dem, was in der fremdartigen Stadt verborgen liegt. Allerdings verläuft nichts nach Plan. Immer mehr Männer verschwinden, Leute werden krank, grauenhafte Wesen tauchen auf. Es kommt zu einem blutigen Gemetzel. Und noch immer ist Henrys Vater nicht gefunden …

Jens Schumacher nimmt seine Leser mit auf eine rasante Reise durch eine der unwirtlichsten Regionen der Welt. Dabei weiß er die Einzigartigkeit der Antarktis und ihre Phänomene geschickt und interessant in die Handlung einzubauen. Von Anfang an wird die Spannung kontinuierlich aufgebaut und findet in den letzten Kapiteln des Romans ihren Höhepunkt. Irgendwann konnte ich das Buch gar nicht mehr weglegen, ehe ich nicht wusste, wie es endet. Und dass sich „Frozen“ vor allem an jugendliche Leser richtet, stört dabei überhaupt nicht. Henry zeigt eine erstaunliche Reife für einen Jungen seines Alters, alle anderen sind Erwachsene (bis auf eine Frau nur Männer), die ganze Geschichte ist eigentlich eine sehr erwachsene.

Geschrieben hat der Autor seinen Roman als Hommage an H.P. Lovecrafts „Die Berge des Wahnsinns“. Wer die Erzählung gelesen hat, wird einen guten Teil der Handlung in „Frozen“ wiedererkennen, wenn auch angepasst an eine moderne Welt und die heutige Wissenschaft. Trotzdem, die Basis bleibt – außerirdisches Leben auf der Erde, das vor Urzeiten hierherkam und noch immer höchst gefährlich ist. Jens Schumacher ist eine gefällige Adaption des Stoffes gelungen, die mit oder ohne Kenntnis von Lovecrafts Werk spannend ist und die eine oder andere unerwartete Wendung bringt. Der Autor hat genügend Neues um „Die Berge des Wahnsinns“ gewoben, um die Story zu seiner eigenen zu machen.

Einige Fragen bleiben am Ende offen, doch da es eine Fortsetzung geben soll, darf man hoffen, dass sie im Folgeband beantwortet werden. Ich habe die Lektüre genossen und kann „Frozen“ nur empfehlen. Einziger Kritikpunkt an dieser Stelle: Ich hätte mir für die Charaktere etwas mehr Tiefe, Details und Genauigkeit gewünscht, um mir ein besseres Bild von ihnen machen zu können. So blieben sie alle – einschließlich Henry, von dem man immerhin am meisten erfuhr – etwas blass.

Fazit: Spannender Lesestoff für Leser und Leserinnen von 15 bis 110, die Abenteuergeschichten mögen und gern in fremde Welten abtauchen.

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Frozen – Tod im Eis

von Jens Schumacher

Loewe 2012, ISBN 978-3-7855-7471-3

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