Todesmelancholie

Man sagt ja gern, im Herbst stirbt alles, aber eigentlich ist es nicht wahr. Wenn man Glück hat, kommt das meiste im Frühjahr wieder zum Vorschein. Die Pflanzenwelt geht nur einfach in den Winterschlaf und das auf so schöne Weise, jedenfalls, was Laubbäume angeht. Aber mir gefällt auch alles andere, das Welke und Braune, die abgeknickten Halme und das vergammelnde Fallobst, denn es gehört zu meiner liebsten Jahreszeit und läutet die Ruhephase ein. So gern ich im Garten arbeite, ich bin doch jedes Jahr wieder froh über diese Monate des Hände-in-den-Schoß-Legens. Dann stehe ich im warmen Wohnzimmer am Fenster und schaue hinaus in den eingeschlafenen kalten Garten und freue mich, dass ich nichts zu tun brauche. Später im Winter – so ab Ende Januar – packt mich dann eine neue Schaffenslust. Ich fange an, Pläne zu machen, und freue mich aufs Frühjahr, wenn es endlich wieder losgeht.

Dieses Jahr habe ich es im Apfel- und Birnbaum mit dem Anlocken von Ohrkneifern versucht, aber ich habe keinen einzigen gesehen und alles Obst ist noch genauso wurmig wie im letzten Jahr. Ich glaube, das gibt ein längeres Projekt, bis ich herausgefunden habe, wie man die Äpfel ohne den Einsatz von Gift verzehrfreundlicher hinbekommt. Diesen Herbst versuche ich es mit Leimringen. Es hat sich allerdings rausgestellt, dass irgendetwas sehr gern an diesen grünen Dingern knabbert, und so schrumpfen sie praktisch täglich ein Stück mehr. Gerade heute haben wir noch einmal neue angelegt, denn eigentlich sollen sie doch die Raupen daran hindern, den Stamm hinaufzuklettern.

Meine Feigenernte ist dieses Jahr völlig ausgefallen. Der ältere Baum hatte kaum Früchte und die sind alle abgefallen (vielleicht liegt es daran, dass ich ihn geschnitten habe – ich hoffe auf das nächste Jahr, denn die Feigen sind gut). Der kleinere Baum, der noch recht neu ist, hat jetzt zwar keine Blätter mehr, aber ist übersät mit Feigen. Nur fürchte ich, dass keine davon mehr reifen wird. Es ist einfach schon zu spät dafür. Das ist wohl auch dem langanhaltenden letzten Winter zu verdanken.

Die Himbeeren sind endlich richtig hochgebunden und die Pflanzen, die zum Überwintern in ihren Töpfen ins Haus kommen, stehen an der Hauswand bereit, damit sie noch etwas abtrocknen können, solange es warm ist. Fehlt nur noch der Winterschutz an denen, die draußen bleiben. Das Igelhotel, das ich kürzlich erst wieder aufgestellt habe, scheint schon bewohnt zu sein. Letztes Jahr stand es leider leer, aber nun ist Laub drin und das ist ganz sicher nicht von allein hineingekrochen. Das finde ich sehr schön. Vielleicht stelle ich gelegentlich noch ein bisschen Katzenfutter in die Nähe. Dann nachts die Lauscher aufsperren, denn Igel schmatzen ganz fürchterlich. 😉

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