Todesschneck

Nirgendwo essen Schnecken so gut und teuer wie in meinem Garten. Jedes Jahr wieder kaufe ich für viel Geld Schneckenfutter ein und setze es raus in den Garten, damit die kleinen Schleimer auch ordentlich zu futtern haben. Bisher vernichtet: eine Glockenrebe, einen Sonnenhut, etliche Salatpflanzen, das meiste der Erdbeeren, meine selbstgezogenen Melonenkeimlinge. Auf dem Weg zum Ableben, aber noch rechtzeitig von der Gärtnerin gerettet: Pfeifenwinde, Kaukasusvergissmeinnicht, Funkie (stirbt wahrscheinlich bis zum Ende des Sommers), Hortensie (im Topf!), Liebstöckel, Agastachen (viele!), Akelei (die andere Sorte lassen sie merkwürdigerweise unbeachtet). Bisher in diesem Jahr erfolgreich verteidigt: Clematis (dank Kupferdraht) und Fingerhut.  So ungern ich es auch mache, ich greife zum Schneckenkorn. Ich will einfach nicht alles den Schnecken überlassen, was ich so mühevoll aufgebaut habe. Aber es wäre schon hilfreich, wenn auf den Pflanzenschildchen Hinweise stünden wie „schmeckt Schnecken“ oder „schmeckt Schnecken schlecht“, dann könnte ich schon bei der Auswahl vorbeugen.

Was das Obst und Gemüse angeht, bin ich ratlos. Letztes Jahr habe ich es mit Zucchini versucht. Die Pflanze ist toll gewachsen, hat viele, viele Früchte bekommen – davon habe ich etwa zwei oder drei ganz klein geerntet. Der Rest landete in Schneckenmägen, noch ehe sie eine Chance hatten, mehr als fingergroß zu werden. Dieses Jahr die Erdbeeren. Der Salat. Die Kürbisse. Ich frage mich, wie überhaupt irgendwer es schafft, in seinem Garten etwas zu ernten. Ich bin mittlerweile soweit, den Obst- und Gemüseanbau so gut wie ganz aufzugeben. Was gut geht: Himbeeren. Wachsen von allein und kriegen üppig viele Beeren, die lecker schmecken und an denen keinerlei Viecher sind. Ganz neu habe ich eine Brombeerpflanze (stachellos), die schön blüht. Da schauen wir mal, das dauert noch. Wir haben einen Birnen- und einen Apfelbaum, von denen wir noch in keinem Jahr etwas genießen konnten, weil alles voller Würmer ist. Ich tue was, ich kann – Leimringe, Lockfallen, Versuche, Ohrklammern anzusiedeln, außerdem haben wir einen Haufen Vögel, die doch eigentlich ganz scharf auf das Kleinzeug sein sollten. Erfreulich: Kiwi. Von den Vorbesitzern gepflanzt, sieht es so aus, als könnten wir dieses Jahr zum ersten Mal ernten. Ich habe gelernt: Nach einem massiven Rückschnitt dauert es zwei Jahre, bis wieder Früchte kommen.

Meine zweit- und drittliebsten Plagen: Dickmaulrüssler (ruinieren meine Hochstammrosen bis zum Exitus) und der Nachbarskater, der unseren Garten als sein Klo betrachtet und nichts verscharrt. Die Tage sind voller Überraschungen. Nächstes Jahr sollte ich mich unbedingt mehr dem Anbau von Giftpflanzen widmen …

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