Muffins & mehr – Interview mit Sonja Kientsch

Es ist immer spannend, neue KollegInnen kennenzulernen – so auch Sonja Kientsch, die wie ich Autorin beim SCM Kläxbox Verlag ist, allerdings schon etwas länger. Sie ist die Erfinderin der Muffinbande; in diesem Monat erscheint der dritte Band der Reihe, Verrückte Ferien. Eine gute Gelegenheit, ihr ein paar Details zu entlocken …

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Interview

Liebe Sonja, mir brennt die Frage unter den Nägeln: Warum Muffins?

Haha. Die Antwort auf diese Frage ist genauso simpel wie unspektakulär: Die Muffins waren eine Idee meines Verlags. Im ursprünglichen Manuskript drehte sich alles um ein verschollenes SonjaKientschEisrezept. Der Verlag fand Muffins realistischer und voilà – die Muffinbande war geboren.

Dein neues Buch „Verrückte Ferien“ ist Teil 3 der Muffinbande-Reihe und auch das letzte. Warum ist jetzt schon Schluss? Hattest du das von Anfang an als Dreiteiler konzipiert?

Nein, die Muffinbande war nicht auf eine bestimmte Anzahl von Büchern festgelegt. Ich habe beim Schreiben des letzten Bandes allerdings gemerkt, dass die Mädchen der Muffinbande flügge werden. Die Gefühle gehen mit ihnen durch, die Bandengeheimnisse werden gelockert… Da die Geschichten aber zu einem großen Teil auf den, sagen wir mal Neckereien mit der Musikband „Die Furchtlosen“ aufbauen, bröckelt dieses Konzept natürlich, wenn da plötzlich gegenseitige Sympathien erwachen. Ich bin mir sicher, Fanny und ihre Freunde werden noch eine Menge erleben. Es wird ihnen bloß keiner mehr dabei über die Schulter schauen…

Hast du schon Pläne, was du danach schreiben möchtest? Oder vielleicht hast du sogar schon damit angefangen?

Klar, schreibe ich bereits an einem neuen Projekt. Das Manuskript zu „Verrückte Ferien“ liegt ja schon seit mehreren Monaten beim Verlag. Und ohne Schreiben funktioniert mein Leben irgendwie nicht, das ist so eine Mischung aus Hobby, Lebensverarbeitung und Sucht.

Kannst du zum Inhalt deines neuen Projekts etwas sagen?

Ich rede nie über den konkreten Inhalt, ehe das Manuskript fertig ist. Wenn ich einmal darüber rede, fühlt es sich an, als sei die Geschichte bereits erzählt. Und die Lust, sie in allen Einzelheiten aufzuschreiben, schwindet.

Gibt es etwas Bestimmtes, das dich beim Schreiben umtreibt? Eine Moral oder ein Thema z.B., etwas, das du deinen LeserInnen unbedingt vermitteln möchtest?

Ich denke, wenn man etwas vermitteln möchte, sollte man keine Bücher schreiben, sondern Lehrer werden. Bücher schreibe ich, weil mein Kopf sonst explodieren würde. Natürlich fließen die Werte, die mir wichtig sind, mit ein, da kann ich gar nichts dagegen machen. Ein Thema, das immer wieder vorkommt, ist Vergebung. Was ich aber selbst erst gemerkt habe, als mein viertes Buch erschienen war.

In deinem Blog kann man lesen, dass du in Hongkong geboren wurdest. Das klingt ungewöhnlich. Erzähl doch ein bisschen mehr von deinem Lebensweg.

Mein Lebensweg ist, ehrlich gesagt, ziemlich gewöhnlich. Außergewöhnlich war wohl eher das Leben meiner Eltern, die mit Ende zwanzig die Welt erobern wollten und mich dann eben in Hongkong mit ins Boot geholt haben. Leider starb mein Vater, als ich zwei Jahre alt war. Meine Mutter kehrte in ihre Heimatstadt in Süddeutschland zurück, wo ich aufwuchs, Abi machte, Kinderkrankenschwester wurde, heiratete, selbst Kinder kriegte, ins Presse- und Schreibgeschäft eintauchte und bis heute lebe, arbeite, Spaß habe.

Wir beide sind ja Kolleginnen beim SCM Kläxbox Verlag, einem christlichen Verlag. Was manche vielleicht nicht wissen: die Autoren, die dort veröffentlichen sind gläubige Christen. Wie hast du Jesus kennengelernt und dich dafür entschieden, Christ zu werden?

Schon immer haben mich die Bibelgeschichten fasziniert. Einschlägige Erfahrungen machte ich allerdings in Situationen, in denen ich selbst die Kontrolle verloren hatte: über mein Leben, meine Gefühle, meine Reaktionen. Wenn du selbst nicht mehr weiter weißt und dann jemand für dich betet und ab diesem Zeitpunkt alles eine neue Richtung annimmt, sich sogar deine Gefühle und Einstellungen ändern… Dann kannst du nicht anders, als dich weiter an diesem Gott festzuhalten. Nicht alles in meinem Leben kann ich verstehen und ich hatte Zeiten, in denen ich mich fragte, wo er denn nun ist, dieser Gott – aber ich weiß einfach, dass er da ist. Und ohne ihn, seine Auswege, seine Vergebung und das Leben nach dem jetzigen, würde überhaupt nichts funktionieren. Nichts würde einen Sinn ergeben. Und wer ihn sucht, der wird ihn finden – davon bin ich überzeugt.

Was tust du, wenn dein Tag wirklich ganz schlimm war, du total erschöpft bist und deine Laune im tiefen Keller ist, um dich aufzuheitern?

Ich trinke einen Kaffee, schnappe meine Kinder und fahre in unseren Lieblingspark Tripsdrill.

Fünf Dinge, die du überhaupt nicht leiden kannst?

Falschheit. Dazu gehören diese Leute, die ständig eine Ausrede parat haben und nicht zu ihrer wahren Meinung stehen.
Zu viele Termine in einer Woche.
Wenn ich gerade aufgeräumt habe und fünf Minuten später nichts mehr davon übrig ist.
Staub. Warum Gott den erfunden hat, ist mir ein Rätsel.
Meerrettich.

Was wäre dein nächstes Traumreiseziel, wenn du ganz einfach die Koffer packen könntest, ohne über Zeit oder Geld nachzudenken?

Südafrika, Sri Lanka, Vietnam, Kanada, die Antarktis. Eines dieser Länder würde ich gern einmal bereisen.

Noch einmal zurück zum Schreiben. Welche Autoren liest du gern? Gibt es Schriftsteller, die deinen Stil und dein Schreiben beeinflusst haben?

Wenn ich lese, möchte ich lachen und ein bisschen über das Leben nachdenken. Aber mich dabei nicht allzu sehr aufregen! Habe ich ein solches Buch gefunden, lese ich es zwei Mal, drei Mal, vier Mal… Autoren, die das bei mir schaffen, sind unter anderem Sophie Kinsella, Kerstin Gier, Cornelia Funke und natürlich Astrid Lindgren. Spätestens beim zweiten Durchlesen analysiere ich ganz automatisch einzelne Szenen und erörtere, wie diese Super-Autoren die eine oder andere Stimmung zaubern, warum mich ein Dialog total begeistert und so weiter. So lerne ich immer mehr dazu, aber dass diese Autoren meinen Stil beeinflussen, ist zu viel gesagt. Vielmehr inspirieren sie mich auf eine zauberhafte Art und Weise. Vor allem dann, wenn ich mal wieder auf der Suche nach meinem eigenen Stil bin, den ich mit jedem Buch, das ich schreibe, neu definieren und finden muss.

Was brauchst du unbedingt zum Schreiben?

Papier, Buntstifte, Klebezettel, meinen Computer. Ruhe benötige ich inzwischen nur noch teilweise. Ich schreibe mitten in meinem Alltag – und der ist kreativ-chaotisch, mal laut, mal leise, aber immer ziemlich lebendig.

Liebe Sonja, herzlichen Dank für deine Antworten und die Einblicke in deine Arbeit, die du uns gewährst.

Wer mehr über Sonja Kientsch erfahren möchte, kann gern in ihrem Blog Fanny und die Muffinbande vorbeischauen. (http://muffinbande.blogspot.de/).

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Verrückte Ferien

Muffinbande3Verrückte Ferien – Fanny und die Muffinbande – Band 3

Ein unvergesslicher Sommer für Fanny:
Die Muffinbande und die Furchtlosen fahren mit dem Tankstellentreff an die Ostsee. Abenteuer-Urlaub am Strand – genial! Doch nicht nur das: Der ganze Ausflug steht unter einem biblischen Motto. Darum bekommen die Jugendlichen den Auftrag, sich in sozialen Projekten vor Ort einzusetzen. Dabei erleben sie so manche Überraschung.
Währenddessen bereitet ihnen ein Junge im Camp große Sorgen. Fanny und die Muffinbande wollen zusammen mit den Furchtlosen seinem Geheimnis auf die Schliche kommen. Da bleibt kaum noch Zeit, um den Bandenkrieg fortzusetzen. Oder doch?
Für Mädchen ab 10 Jahren.

Bisher erschienen:
Band 1: Fanny und die Muffinbande
Band 2: Fanny und die Muffinbande – Rettet die Tankstelle!

SCM Kläxbox Verlag, Juli 2014, ISBN 978-3-417-28647-2

Webseite zum Buch: http://www.scm-shop.de/produkt/titel/fanny-und-die-muffinbande-band-3/184671/184671/184671.html

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