5 Fragen und Antworten – was Leser von Autoren in den sozialen Medien wissen möchten

Es wird spannend! Und erhellend. Nach meinem letzten Blog-Artikel zum Thema Autoren in den sozialen Medien, der bei mir einige Fragen aufgeworfen hat, habe ich mich an diejenigen gewandt, die die Antworten geben können. Ich habe acht Buch-affinen Menschen, die ich persönlich oder über das Internet kenne und von denen ich weiß, dass sie in den sozialen Medien rührig sind, fünf Fragen gestellt. Meine Interviewpartner kommen aus dem Buchhandel, betreiben Bücherblogs oder andere Literaturseiten und sind alle Vielleser und lieben Bücher (und Autoren? 😉 ).

Die Fragen

  1. Nach welchen Kriterien wählst du aus, mit welchen Autoren du in Kontakt trittst? (Der erste Schritt: in sozialen Medien suchen, befreunden, Fan werden, folgen etc.)
  2. Was möchtest du prinzipiell von Autoren wissen (unabhängig von den sozialen Medien – früher erfuhr man z.B. nur das, was auf dem Buchrücken oder im Innenteil stand, oder man sah mal ein Foto)
  3. Was möchtest du von Autoren in den sozialen Medien erfahren? Gibt es da einen Unterschied, um welche Plattform es sich handelt?
  4. Was langweilt, nervt, ärgert dich, was Autoren gern posten?
  5. Gibt es Autoren, die für dich ein positives Beispiel für gelungene social-media-Kommunikation sind?

Die Antworten haben mich überrascht. Klar, es gibt gegensätzliche Meinungen, aber überwiegend ist die Einstellung zu dem, was Autoren so von sich geben, ganz schön positiv. In manchen Punkten sind sich alle einig, in anderen ist die Bandbreite groß. Ich habe die Antworten jeweils zusammengefasst.

Die Antworten

1. Bei der ersten Kontaktaufnahme spielt das jeweilige Buch eine große Rolle. Wenn das Werk positiv aufgefallen ist – oder auch nur eine Leseprobe davon, eine  Buchbesprechung etc. bzw. der Autor bei einer Lesung – kann es sein, dass sich der Leser über den Autoren weiter informieren möchte und ihn im Web sucht. Ob es hier zu einer aktiven „Beziehung“ kommt (also eine Freundschaft oder ein „Gefällt mir“ auf einer Seite) hängt anschließend sehr davon ab, wie sympathisch der Autor dem Leser ist oder wie produktiv der Kontakt eingeschätzt wird. Gerade die Buchblogger bekommen oft sehr viele Freundschafts-Anfragen von Autoren und sind in der Regel auch offen dafür, diese anzunehmen. Hier kann es aber auch zum gegenteiligen Effekt kommen – überschüttet von zu vielen Anfragen von Autoren nimmt mancher kaum noch welche an (was dann aber auch am Inhalt der einzelnen Postings liegt, mit denen man so im Lauf der Jahre Erfahrungen gesammelt hat).

2. Ganz oben auf der Liste stehen (einmalige) Infos zu Neuerscheinungen und zum Entstehungsprozess der Bücher, Hintergründen zum Werk, Infos zur Recherche oder zur Rezeption des Buches. Für relativ viele ist es interessant, Privates über den Autoren zu erfahren, um ihn besser kennenzulernen, seine Persönlichkeit, seine Interessen, seinen eigenen Lesestoff oder wie er selbst zu seinem Werk und seinen Charakteren steht; für manche spielt das dagegen keine Rolle.
Nicht so interessant ist die immer wiederkehrende Frage, wie jemand zum Schreiben gekommen ist.

3. Facebook steht bei meinen Interviewpartnern ganz oben auf der Liste der genutzten social media, was vermutlich auch daran liegt, dass ich Leute gefragt habe, mit denen ich über FB in Kontakt stehe. 🙂 Einige nutzen ansonsten keine anderen Portale – FB wird als übersichtlich und ausreichend empfunden. Daneben ist Lovelybooks eine gefragte Community, vor allem, weil es hier Leserunden gibt, in denen man Buch und Autor sehr gut kennenlernen kann. Meist erwünscht sind die Punkte aus 2., manchmal ist das Interesse an privaten Infos nicht so groß.

4. Werbung, Werbung, Werbung. Eigenwerbung. Streuung von Werbung in zu vielen Gruppen. Infos zu Schreibfortschritten. Anpreisung von kommenden oder gelaufenen Lesungen. Zu viel Privates. Posten von Rätseln, Gewinnspielen und Lovelybooks-Aktionen. Jammern und Beschweren über negative Rezensionen. Leute, die sich Autor nennen, aber schrecklichen Schrott schreiben. Freundschaften suchen, nur um Käufer zu finden. (Das ist eine Auflistung der erwähnten Dinge, ungefähr nach Gewichtung, also das Unerfreulichste an erster Stelle; nicht alle haben alles genannt).
Mit der Leser-Autor-Beziehung ist es ein bisschen wie bei einem Flirt – zu viele Offenbarungen zerstören den Zauber, zu viel Nähe muss nicht sein, etwas Geheimnisvolles darf gern bewahrt werden.

5. Hier kam eine ganze Liste zusammen. Ich setze die alphabetisch sortierte Aufzählung an den Schluss des Artikels.

6. Zusatzfrage: Was möchtest du sonst noch zu dem Thema zu sagen?
Mehrfach bemängelt wurde die Existenz von regelrechten Autorengroupies, vor allem bei männlichen Autoren, die quasi den Boden unter seinen Füßen küssen und jedes Werk in den Himmel loben, auch mit übertrieben positiven Rezensionen. Möchte man das als Autor? Als Leser offenbar nicht. Die Frage ist natürlich, ob diese Groupies den Autoren einen guten Dienst erweisen. Oder auch, was man als Autor überhaupt dagegen tun könnte.
Es kam ebenfalls zur Sprache, wie gläsern oder authentisch ein Autor sein muss. Muss man alles über ihn erfahren und wie wichtig ist es, dass sein Erscheinungsbild zu seinem Genre passt? Was macht ihn authentisch? Was wirkt unecht? Sicherlich ein Punkt, über den man sich noch mal gesondert Gedanken machen kann …
Dass sich Autoren auch in Büchergruppen beteiligen, wurde von einer Person als positiv genannt. Wenn hier mal etwas Humorvolles rüberkommt, macht das sympathisch.

Ich freue mich über Kommentare und weitere Beiträge dazu! Lass mich wissen, was du dazu denkst.

Liste der in den sozialen Medien positiv aufgefallen Autoren

Ramona Ambs
Petra A. Bauer
Margot S. Baumann
Lilli Beck
Carla Berling
Rüdiger Bertram
Emily Bold
Michael Disseux
Horst Eckert
Edgar Franzmann
Kerstin Gier
Alban Nikolai Herbst
Andreas Izquierdo
Reinhard Jahn
Katrin Koppold
Inge Löhnig
Gina Mayer
Britta Orlowski
Ivy Paul
Frank Maria Reifenberg
Britta Sabbag
Martina Sahler
Petra Schier
Melisa Schwermer
Barbara van den Speulhof
Arthur Gordon Wolf

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