Charlotte MacLeod – Mord in stiller Nacht – Teil 1 (Schlaf in himmlischer Ruh)

Schlaf in himmlischer Ruh

mcleodMord in stiller Nacht besteht aus zwei Romanen, daher teile ich die beiden auf. Mit dem ersten bin ich inzwischen fertig und er hat mir wirklich sehr gut gefallen. Neu ist Schlaf in himmlischer Ruh nicht – es erschien bereits 1978 als Auftakt der Balaclava-Serie; DuMont hat lediglich ein neues Buch mit zwei alten Weihnachtskrimis herausgegeben. Balaclava – der geheimnisvolle Name gehört zu einer Universität an der Ostküste der USA, deren Campus wie eine eigenständige kleine Stadt ist, wo sämtliche Lehrkräfte eigene Häuser haben, es von Studenten wimmelt und man sich regelmäßig in der Kantine zum Essen trifft (das tatsächlich genießbar ist). Hauptfigur ist Peter Shandy, ein Professor, der agrarwissenschaftliche Studien betreibt und in diesem Fach auch unterrichtet.

Es gibt in Balaclava diese Tradition, jedes Jahr alles weihnachtlich zu schmücken, weil das Touristen anlockt. Peter Shandy (er geht auf die 60 zu) hat sich bislang immer geweigert, aber weil ihm gewisse Nachbarinnen unermüdlich damit in den Ohren liegen, beschließt er, es allen heimzuzahlen. Er dekoriert sein Haus bis zum Gehtnichtmehr und macht sich aus dem Staub, um die anderen mit Licht- und Lärmbelästigung allein zu lassen. Nur, seine Schiffsreise wird abgebrochen und er kehrt vorzeitig nach Hause zurück, um im Wohnzimmer eine Leiche zu finden. Es bleibt nicht bei der einen und Shandy, der dank herumliegender Murmeln stutzig wird, forscht nach. Im Laufe der Geschichte trifft der alte Junggeselle auch noch die Frau seiner Träume – eine Romanze ist also auch enthalten. 🙂

Ich frage mich, wieso ich bisher noch nie etwas von Charlotte MacLeod gelesen habe, denn der Krimi hat mir wirklich prima gefallen. Der Erzählstil ist leicht, fließend, ein bisschen altmodisch und wohltuend im Gegensatz zu so manchem heutigen Werk. Peter Shandy ist klug, ein bisschen schrullig, hellsichtig, gelegentlich ironisch, manchmal frech und trödelt nicht lange herum, als er sich verliebt. Ein richtig guter Charakter. „Knisternd spannend“ würde ich den Krimi zwar nicht nennen, aber gute Unterhaltung, nie langweilig, amüsant und sympathisch. Verwirrend fand ich nur die vielen Namen, die ich mir durch die ganze Geschichte hindurch nicht richtig merken konnte. Und Shandy löst den Fall recht abrupt, ohne dass ich mich als Leserin voll beteiligt gefühlt hätte, aber das sind nur zwei kleinere Kritikpunkte. Ich bin bereit für weitere Balaclava-Fälle mit Peter Shandy und seiner Helen.

Der Weihnachtsfaktor
Es weihnachtet heftig – Schnee während der gesamten Handlung, Weihnachtsdeko ist das beherrschende Thema und dabei auch das stattfindende Lichterfest. Man kann beim Lesen eigentlich nicht vergessen, dass Weihnachtszeit herrscht. Allerdings – ich kann mich jetzt schon nicht mehr erinnern, ob irgendwann auch tatsächlich Weihnachten war und gefeiert wurde. Beim Essen und Trinken spielt es jedenfalls keine große Rolle und auch nicht bei dem Kriminalfall, obwohl es zunächst so aussieht.

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