Marlies Ferber – Truthahn, Mord und Christmas Pudding

0070weihnachten.jpgFür mich als ausgesprochene Anhängerin des britischen Krimis war dieser neue Fall für 0070 eine gelungene Lektüre. 0070 ist die Bezeichnung für den Agenten im Ruhestand James Gerald (70), der stets auf seinen inneren Alarm hört und damit meist richtig liegt. Er schaut immerhin auf ein Leben voller Erfahrungen im Geheimdienst zurück und hat ein entsprechendes Näschen für Gefahr. Seine Freundin und Nachbarin Sheila, die er von der Arbeit kennt, ist nur drei Jahre jünger als er, seine Ergänzung, seine Liebe und sein Augapfel. Kein Wunder also, wenn er Beschützerinstikte entwickelt, ob es Sheila nun passt oder nicht. Als eine gute Freundin von ihr umgebracht wird und noch andere merkwürdige Dinge geschehen, befürchtet James das Schlimmste – Sheila ist in Gefahr!

Die Tage bis Weihnachten werden angefüllt mit Babysitten für einen kleinen Jungen, Besuchen von Sheilas schwieriger Mutter und einem uralten Freund (der James von Anfang an auf die Nerven geht), Ermittlungsarbeit und den Proben für ein Weihnachtstheaterstück, ein Integrationsprojekt, bei dem ehemalige Straffällige und unbescholtene Leute zusammenarbeiten sollen. Alles in allem ordentlich zu tun für den ehemaligen Agenten, da es neben dem ersten Mord zu Unfällen, diversen Vergiftungen, einigen Verdächtigungen und ein paar Anschlägen kommt. Mit Souveränität arbeitet sich James durch den Fall und lässt sich auch durch die Bedenken seines Freundes beim Geheimdienst nicht davon abhalten, Sheilas Haus mit Überwachungskameras auszustatten. Während der Romanhandlung hat sie jedenfalls nichts davon mitbekommen, aber sie wird es vermutlich nicht lustig finden, wenn sie entdeckt, dass sie ausspioniert wurde. 😉

Es gibt schon frühere Fälle, aber das war überhaupt kein Problem. Das, was ich als Leserin über die Vergangenheit und bisher Geschehenes wissen muss, teilt die Autorin kurz mit, sodass ich über alles im Bilde war und mich nicht über ungewollte Lücken ärgern musste. Ich fand den Krimi unterhaltsam und recht spannend, stilistisch eng an dem, was ich von britischen Autoren gewohnt bin, und sehr erfeulich. Sheila kam mir gelegentlich anstrengend vor, weil sie ständig einen kleinen Hund (der ist andererseits aber auch süß) und einen unerzogenen kleinen Jungen am Rockzipfel hat, außerdem neigt sie zu häufigem Ohnmächtigwerden, was zwar einen Grund hat, aber na ja – müsste nicht unbedingt sein.

Zum Cover muss ich noch etwas los werden. Insgesamt finde ich es ansprechend und einigermaßen weihnachtlich, aber die beiden Figuren passen überhaupt nicht zu meiner Vorstellung von James und Sheila.

Der Weihnachtsfaktor
Es ist kalt, wir nähern uns Weihnachten in großen Schritten und am Ende schneit es auch richtig – gerade rechtzeitig zum Fest, das James und Sheila nach überstandem Abenteuer genießen dürfen. Christmas Pudding spielt immer mal wieder eine Rolle – Sheila kocht welchen, er steht im Verdacht, vergiftet worden zu sein, und das Theaterstück bei dem die beiden mitspielen, heißt Der Christmas Pudding; und auch darin geht es um einen vergifteten Christmas Pudding. Sheila ist zwar mit den Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt, aber James ist derjenige, aus dessen Perspektive erzählt wird, und er ist eher nüchtern, daher hält sich das Weihnachtsfeeling beim Lesen in Grenzen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.