C.S. Challinor – Christmas Is Murder

chrismaschallSo hart, wie der Titel klingt (Weihnachten ist Mord), ist die Geschichte nicht. 🙂 Dafür ist sie wieder einmal Teil einer ganzen Reihe – viele Krimireihen bekommen irgendwann eine Weihnachtsepisode, und das ist auch gut so, sonst würde ich sie nie kennenlernen. 😉

Die Geschichte beginnt klassisch – ein Hotel auf dem englischen Land, man ist eingeschneit, kein Telefon, kein Durchkommen mehr für Fahrzeuge, eine kleine Schar ausgewählter Gäste, die Landlady und drei Angestellte. Man will Weihnachten miteinander verbringen und es ist auch nicht mehr lange bis dahin. Es geschieht – ein unerwarteter Todesfall. Es tritt auf – der Ermittler. In diesem Fall ein schottischer Anwalt (Rex Graves) nicht näher definierten Alters (trägt einen Bart, kann nicht mehr ganz so jung sein, er benimmt sich eher einen Hauch altmodisch). Er kommt auch nur zum Hotel durch, weil er auf improvisierten Schneeschuhen vorwärtspflügt, und sofort wittern er und ein junger Arzt einen Mord.

An dieser Stelle passiert etwas, das nicht hätte passieren dürfen – der Anwalt schnüffelt eingehend an dem verdächtigen Mandeltörtchen (Verdacht auf Zyanidvergiftung) und probiert sogar die Füllung. Ich musste schwer schlucken, denn Zyanid ist so giftig, dass einen schon der Geruch umbringen kann. Nur ein Idiot würde sich so verhalten.
Im weiteren Verlauf sterben immer mehr der vor Ort Befindlichen und die Leichen werden konserviert durch a) Aufbewahrung in ihren Zimmern bei weit geöffneten Fenstern oder b) Liegenlassen im eisigen Keller. Es wird richtig heimelig während der nächsten Tage mit all den Toten um die noch Lebenden herum. Aber davon lässt man sich kaum die Stimmung vermiesen. Der Anwalt beginnt klassische Ermittlungen und beendet sie, noch ehe die Polizei am Weihnachtstag endlich durchdringt, mit einer Sitzung à la Hercule Poirot – alle kommen im Wohnzimmer zusammen, Rex verdächtigt sie reihum und löst am Schluss den Fall.

Das Klasssische an der Kriminalgeschichte hat mir gefallen, und wer sich von der einen oder anderen Schwachstelle nicht stören lässt, kann sich bei dieser Lektüre recht gut unterhalten. Die Auflösung (das Tatmotiv) scheint mir zu konstruiert und unglaubhaft, den Täter hatte ich schon vor der Auflösung im Verdacht, wenn auch ohne das Motiv, und nach einigem Raten, in welcher Zeit die Sache spielt, kam ich zu dem Schluss, dass sie in der Gegenwart stattfindet. Das Setting hatte mir eher eine frühere Zeit suggeriert, vielleicht die Sechziger oder Achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts.

Der Weihnachtsfaktor
Schnee, wohin man auch schaut. Wenn man die Fenster öffnet, weht es eisig ins Zimmer. Die Leute sitzen relativ oft beim leckeren Essen oder vor dem prasselnden Kamin, also recht gemütlich. Am Ende der Geschichte ist für die Rechtschaffenen Weihnachten im leichen- und mörderbereinigten Landhotel und glücklicherweise (Achtung, Spoiler!) ist die Köchin unschuldig und kann ihr tagelang vorbereitetes Festmahl angemessen präsentieren. Es gibt das Übliche (eine riesige Pute, Beilagen, Christmas Pudding usw.) – was bei mir stets gute Erinnerungen weckt. Ich finde, die Übriggebliebenen haben sich ihr Weihnachtsfest wirklich verdient nach diesen Tagen des Wartens, an denen es regelmäßig neue Mordopfer gegeben hat. 😉

 

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