Jessie Crockett – Die Hand auf dem Glockenturm

glockenturmGwen, Mitte 40, verwitwet, üppig gebaut und Mutter zweier ausgezogener Söhne, leitet die örtliche Post und ist stellvertretende Brandmeisterin. Sie ist ganz glücklich in ihrer amerikanischen Kleinstadt, vielleicht ein bisschen einsam nach dem Tod ihres Mannes, aber mitten im Leben einer Kommune. Den Job als Brandmeisterin hat sie sich irgendwie aufschwatzen lassen, in der Annahme, dass sie dieses Amt nie ausüben müsste, aber kurz vor Weihnachten erwischt es sie doch. Das Museum brennt nieder. Es ist der letzte in einer Reihe von ungeklärten Bränden und dummerweise gibt es eine Leiche, bei deren Anblick den eigentlichen Brandmeister ein Herzinfarkt ereilt. Also muss Gwen die Sache angehen; glücklicherweise nicht allein, sondern mit einem behördlichen Vertreter, der ihr auf Anhieb gefällt, obwohl sie sich nicht eben gut bei ihm einführt (im Pyjama, während eines Übelkeitsanfalls vor dem Museum). Bald nistet sich ihre Schwester bei ihr ein und so ist die Aussicht auf das Weihnachtsfest, das Gwen dieses Mal ohne ihre Söhne verbringen muss, nicht ganz so trübselig.

Die Geschichte plätschert ein bisschen vor sich hin, ist aber doch unterhaltsam. Gwen ist sehr sympathisch, die Leute in der Stadt ziemlich engstirnig („Die Einwanderer waren es, wer sonst!“ – so kriegt der Krimi ungewollt noch etwas besonders Aktuelles; kleiner Spoiler: Die Einwanderer waren es natürlich nicht), die Handlung bewegt sich stetig aber nicht langweilig aufs Ende zu, und am Schluss kommt doch noch mal eine Wendung, die einen überraschen kann. Dazu das zunehmende Geplänkel zwischen Gwen und dem Kollegen – ja, eine wirklich nette Lektüre.

Der Weihnachtsfaktor
Schnee, Schnee, Schnee, von Anfang bis Ende. Gwen landet immer wieder bis zum Po in Schneewehen, verstaucht sich den Fuß, schlittert in die Weihnachtsdeko anderer Leute und muss sich entweder an Krücken vorwärtsbewegen oder tragen lassen. Aber das eigentliche Weihnachtsfest geht im Showdown völlig unter und die Weihnachtsstimmung im Buch leider auch. Schade, mehr festlicher Flair hätte mir das Lesen beträchtlich versüßt.

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