Wiesenpläne

Ich meine natürlich nicht das Oktoberfest, sondern meinen eigenen Rasen. Es geht nämlich allmählich los im Krimigarten – gerade heute habe ich schon die ersten Pflanzen geschnitten (Gräser, Bartblume, Apfelbaum, Sommerflieder) und gestern kamen drei Kisten voller neuer Wuchswunder. Schön! 🙂 Aber eigentlich will ich ja über meinen Rasen schreiben. Dazu muss man wissen, dass der Rasen problematisch ist. Ich hatte schon früher darüber geschrieben – stellenweise gibt es da kaum noch Gras und ich finde es schrecklich mühsam, gegen die natürliche Eintrocknung und Verunkrautung zu arbeiten. Deshalb habe ich schon im letzten Jahr beschlossen, das nicht mehr mitzumachen.

Teile des Rasens mussten neuen Beeten und dem Teich weichen – Gras ist einfach zu langweilig, wenn man nur relativ wenig Platz hat, um seine Ideen umzusetzen. Andere Bereiche des Rasens verwandeln sich jedes Jahr in weiche Mooskissen – herrlich! Ich liebe Moos! Das kann bleiben! Der Rest ist das eigentliche Projekt – jede Menge anderer Pflanzen. Außerdem habe ich festgestellt, dass beim Mähen kaum Rasenschnitt anfällt, weswegen ich eigentlich auch ganz darauf verzichten könnte. An den paar Stellen, wo ich das Gras lang habe wachsen lassen, hat es die Sommerhitze super überstanden. Außerdem herrschen bei uns verschärfte Rasenbedingungen, weil es sehr regenarm ist, also ganz schlecht für immergrünen Rasen.

In einem Rasen passiert ohnehin nicht viel für die Tierwelt und die Artenvielfalt und weil es sowieso schon nicht nach typischem Rasen bei mir aussieht, werde ich aufs Mähen verzichten, alles wachsen lassen und (vor allem) Aufzeichnungen darüber machen, welche Pflanzen ich entdecke. Viele muss ich mit meinem Pflanzenbestimmungsbuch erkunden, aber ich glaube schon, dass das klappt. Was das Mähen und Auszupfen angeht – am liebsten beides nicht, aber ich muss trotz meines Vorhabens erst mal die Entwicklung beobachten. Am Ende wächst mir vielleicht etwas über den Kopf oder man kommt nicht mehr durch oder eine Art nimmt überhand.

Gerade habe ich in einem Gartenbuch noch gelesen, dass von ganz allein eine Blumenwiese entsteht, wenn man den Rasen nicht mehr mäht. Also, vielleicht funktioniert das im regenreichen England, aber nicht hier. Da es, wie gesagt, im Sommer sehr trocken wird und ich aufs Bewässern verzichten möchte, siedeln sich hier eher niedrige, krautige Sorten an – Geranium, Schafgarbe, Gänseblümchen usw. Auch Disteln kommen immer wieder und ich weiß noch nicht, wie ich mich zu denen stellen soll. Bisher habe ich sie entfernt, aber wenn ich nun wirklich alles wachsen lassen will …? Ich hatte außerdem vor, Wege mit Holzhäcksel zu schaffen, aber da bin ich mir nun auch nicht mehr sicher. Die Wege würden genau da verlaufen, wo ich den Bewuchs sich selbst überlassen und beobachten wollte. Andererseits habe ich so viel Holzhäcksel … Vielleicht ein Kompromiss? Aber das würde verrotten und dem Boden Nährstoffe zuführen, und genau die sind in so einer Krautsteppe eher nicht willkommen …

P.S: Morgen wählen gehen! 🙂

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