Tödliche Weinliebe

Ach, das war ja was gestern … Ich wusste, dass schlechtes Wetter angesagt war und die Lesung im Freien stattfinden sollte. Eigentlich wollte ich ganz was anderes anziehen (ja, ich überlege mir vor jeder Lesung, welche Kleider zum Anlass passen würden 😉 ), aber ich entschied mich dann doch für etwas Schlichtes, das ohnehin unter der Regenjacke verschwinden würde, und für meine unschönen, schmutzigen Gartenschuhe, denen Nässe und Regen ohnehin nichts (mehr) ausmachen würden. Und dann fand die Lesung drinnen statt! Ich fühlte mich von der Taille an abwärts total underdressed. Wahrscheinlich muss man das einfach mal erlebt haben. 😉 Ich hoffe, dass keiner der Zuhörer zu irritiert war, um zuzuhören. Ich weiß nicht so genau, ob ich daraus lernen soll, dass ich mich bei solcher Gelegenheit eher dem Anlass als dem Wetter gemäß kleiden sollte … Es war ganz gut, dass wir ins Restaurant ausgewichen sind, denn es fing auch prompt wieder an zu regnen. Zum Abschluss bekam ich passenderweise einen knallgelben Regenschirm vom Förderverein geschenkt, den ich auf dem Weg zum Auto gleich einweihen konnte. Lieben Dank dafür! 🙂

Der Abend stand unter dem Motto Riesling-Leichen und ich las zuerst meinen Krimi Der letzte Jahrgang aus dieser Sammlung. Ich hatte überlegt, ob ich danach noch etwas Lustiges lesen soll, aber weil ich so selten Gelegenheit für meine mystischen Texte finde und mit dem Riesling-Krimi quasi schon die Stimmung vorgegeben war, fiel meine Wahl für den zweiten Teil auf Tief unter dem Garten Eden aus Tödliche Schlückchen. Beide Krimis drehen sich um Weinanbau und Weinberge. spielen in unserer Region und haben etwas Mystisches, Unerklärliches – der zweite Krimi sogar mehr als der erste.

Tatsächlich habe ich schon einige solcher Krimis geschrieben, ein paar davon sind z.B. in den Odenwälder Bauernopfer oder Manche morden heimlich enthalten. Eine Huetedeineseeleganze Sammlung solcher Geschichten ist Hüte deine Seele. Ich schreibe gern Texte mit einem übernatürlichen Touch und Grusel. Da kommen schon mal Dämonen, Flüche, die gestörte Totenruhe mit ihren unerfreulichen Folgen, Geister, Heimsuchungen, Rückführungen, der Tod und anderes vor. Das heißt nicht unbedingt, dass ich an all das glaube. Als Schriftstellerin reizt mich eher das Was-wäre-wenn-Spiel. Und definitiv gibt es im Leben viel mehr, als unsere Vernunft uns glauben lässt. Übrigens widme ich mich in diesem Genre ab und zu auch biblischen Dingen, wie dem Leben nach dem Tod oder der Entrückung.

Gestern schien es den Zuhörern ganz gut zu gefallen, sie lauschten andächtig. Ich finde es schön, wenn ich beim lauten Lesen an einen Punkt komme, wo ich selbst in der Geschichte versinke und nicht mehr so sehr an das Publikum denke. Ich glaube, da wird der Vortrag am besten, allerdings kann ich in diesen Passagen nicht mehr so oft hochsehen. Das ist ja auch immer so eine Herausforderung beim Lesen – ab und an die Leute anschauen und trotzdem weder den Faden verlieren noch ins Stottern geraten. Gelingt mir nicht immer … 😉 Wenigstens hatte ich noch nie Schluckauf …

P.S.: Auf meiner Facebook-Seite ist ein Foto von gestern Abend zu sehen, das meine Autorenkollegin Kirsten Sawatzki aufgenommen hat.

 

 

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