Holly Tierney-Bedord – Murder at Mistletoe Manor

61wylfwuclDa haucht einen das Weihnachtsfeeling aus jeder Pore an: Holly Tierney-Bedord (Autorin), Mistletoe Manor (Tatorthaus), Windy Pines (Ort), Klarinda Snow (Hauptfigur). Und ein Hund namens Pumpernickel. Erwartungsvoll ging ich ans Lesen – und die Lektüre hat gefallen, wenn auch die Hauptfigur Klarinda nicht ganz die klassische Detektivin ist.

Klarinda besitzt Mistletoe Manor, eine kleine Pension in einem kleinen Kaff im Nirgendwo von Idaho. Normalerweise hat sie höchstens zwei bis drei Gäste auf einmal, aber an einem ominösen Tag kurz vor Weihnachten reisen auf einmal sieben Leute an. Noch viel seltsamer ist, dass sie alle auf postalische Einladung kommen, aber Klarinda hat diese nicht geschickt und weiß auch nicht, von wem sie stammt. Nach und nach stellt sich heraus, dass fast alle ihrer ebenso ahnungslosen Gäste einander kennen. Das Treffen soll nur eine Nacht dauern und die Gäste feiern das unerwartete Wiedersehen. Dummerweise geht dann das große Sterben los und im Laufe von 24 h gibt es einige Leichen. Die Polizei rückt an und wieder ab, jedes Mal lautete das Urteil Unfall und immer scheint das Haus der Täter gewesen zu sein.

Die Geschichte erinnerte mich sofort an Ten Little Indians von Agatha Christie (Geheimnis im blauen Schloss). Ende und Motiv sind allerdings anders und die Autorin bringt am Schluss noch eine unerwartete Wendung. Klarinda steht dem Geschehen in ihrer Pension ziemlich hilflos gegenüber und macht sich erst gegen Ende sehr gemäßigt an etwas Schnüffelarbeit. Trotzdem löst sie den Fall und überzeugt die überforderte Polizei davon, dass sie Recht hat. Allerdings … dann doch nicht. 😉 Mehr kann ich dazu jetzt nicht verraten. Es hat mir nur unheimlich leid getan, dass ihr Haus im Lauf der Handlung zu einer einzigen Großbaustelle wird. Der Autorin offenbar auch, denn sie dreht das Ganze im Nachgang so hin, dass Klarinda doch noch ein Happy End beschert wird. 😀

Der Weihnachtsfaktor
Viele weihnachtliche Anspielungen in den Namen, ein Schneesturm von Anfang bis Ende, der ständiges Freischaufeln der Auffahrt und Parkplätze erforderlich macht, und trotzdem scheint es mir nur ein halber Weihnachtskrimi zu sein, denn niemand fiebert dem Fest entgegen, es werden keine Vorbereitungen getroffen, und die komplette Geschichte findet vor den Feiertagen statt (plus ein kurzes Update einige Monate danach). Eine weihnachtliche Rolle spielt einzig der Weihnachtsbaum – Klarinda hat keinen, reagiert nicht auf den Vorschlag ihrer Mitarbeiterin, einen liefern und aufstellen zu lassen; erst, als Gäste sich über mangelnde Atmosphäre beklagt, nimmt ihre Mitarbeiterin die Sache eigenmächtig in ihre Hand – und rettet damit vielleicht sogar Klarinda das Leben …

I still can’t believe there’s no Christmas tree. I’ve added another name to my list (of victims) and it’s Klarinda Snow.

 

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