Val Andrews – Sherlock Holmes And The Yule-Tide Mystery

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Selbst Sherlock Holmes und Dr. Watson sind an Weihnachten fleißig! Zwar ist dieser Krimi nicht aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle, aber Val Andrews kommt dem schon sehr nahe. Am Titel ist zu erkennen, dass ich das Buch auf Englisch gelesen habe. Es gibt zwar einige deutsche Übersetzungen des Autors, der 2006 gestorben ist, aber ich glaube, dieses ist nicht dabei.

Holmes und Watson werden kurz vor den Feiertagen von einem jungen Mann aufgesucht, der von einem völlig Unbekannten auf dessen Landsitz eingeladen wurde und sich nun mächtig darüber wundert. Holmes ahnt sogleich drohendes Ungemach, aber glücklicherweise darf der neue Klient eigene Gäste mitbringen, und so finden sich die drei mit etlichen anderen sich fremden Menschen rechtzeitig in besagtem Haus ein. Es kommt, wie es kommen muss – ein Tunichtgut, ein Mord, ein Holmes in Arbeitseifer.

Ich fand es angenehm, mal wieder einen Sherlock-Holmes-Krimi zu lesen. Es gibt ja einige AutorInnen, die Doyle nacheifern und den berühmten Detektiv neue Abenteuer erleben lassen, aber nicht alle schaffen es, diese Aufgabe zufriedenstellend zu lösen. Val Andrews hat mir Holmes und Watson ungefähr so nahe gebracht, wie ich sie kenne, wenn er auch hier und da womöglich ein bisschen zu detailliert beschrieben hat, welcher Hilfsmittel sich Holmes gerade auf welche Weise bedient. Autoren können eben nur selten der Versuchung widerstehen zu zeigen, was sie alles wissen und recherchiert haben. 😉

Trotzdem fand ich, dass die Geschichte einige Längen hat. Am Anfang fiel es mir nicht leicht nachzuvollziehen, warum die Beteiligten ein solches Bohei um die Einladung machen. Der Fall, der sich daraus ergeben sollte, schien mir sehr konstruiert. Dann stellte sich heraus, dass der Gastgeber eigentlich ein bekannter Betrüger unter falschem Namen war, und als die Reise losging, wurde es auch schon spannender. Irritiert war ich dann noch einmal in der zweiten Hälfte, denn eigentlich war der Fall bereits gelöst, aber Holmes laborierte noch lange an irgendwelchen Nebensächlichkeiten herum, die am Schluss tatsächlich noch zu einer Art Happy End führten, mich aber vorübergehend annehmen ließen, dass wahrscheinlich doch die Lösung des Falles noch offen stand.

Der Weihnachtsfaktor
Auf dem englischen Landsitz wird das Fest mit allem Drum und Dran gefeiert und alle haben eine jolly good time. Da aber Holmes natürlich ein sehr rationaler, wenig gefühlsbetonter Mensch ist, bleibt das Weihnachtsgefühl beim Lesen etwas auf der Strecke. Dass der Gastgeber als Weihnachtsmann auftritt, hat mich vorübergehend an einen Anachronismus denken lassen, aber ich habe es nachgeprüft, und der Weihnachtsmann war durchaus auch im 19. Jahrhundert schon bekannt, beliebt und unterwegs.

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