Evelyn James – Mistletoe and Murder

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Wer würde nicht sofort herbeieilen, wenn eine alte Lady ruft: Hilfe, in meinem Heim spukt es!? Clara Fitzgerald jedenfalls zögert nicht lange und packt Bruder, Dienstmädchen und einen Freund ein und zieht um nach London, ins Haus der freundlichen alten Miss Sampford, einer ehemaligen Suffragette. Obwohl sie ja eigentlich stählerne Nerven haben müsste, steht die arme Lady kurz vor einem Nervenzusammenbruch, weil die Geister ihr Unwesen treiben, und das Personal läuft in Scharen davon.

Clara Fitzgerald, ihres Zeichens Privatdetektivin im Brighton der 20er-Jahre des 19. Jahrhunderts, glaubt grundsätzlich nicht an Gespenster und verspricht ihrer Auftraggeberin, bis nach Weihnachten alles aufgeklärt zu haben. Aber ganz so leicht wird es dann doch nicht, zumal auch noch eine Gruppe von Geisterbeschwörern in das Haus am Berkeley Square einzieht, um auf ihre Weise dem Geist zu Leibe zu rücken. Pünktlich zum Fest trudeln die Verwandten ein und schließlich ist das Haus gut gefüllt.

Auf den Spuk muss keiner lange warten – Nacht für Nacht treibt ein unheimliches Wesen seine Spielchen und die Meinungen zur Ursache gehen weit auseinander. Clara fürchtet um das Leben der armen Miss Sampford, denn sie glaubt, dass ihr Ende das einzige Ziel der Gespensterumtriebe ist. Aber dann sterben unerwartet andere und Clara muss sich überlegen, ob ihre Theorie wirklich stimmt oder ob sie es am Ende vielleicht mit mehreren Unholden zu tun hat.

Ja, es ist wieder ein englisches Buch, aber ein sehr unterhaltsames mit einer sehr sympathischen Protagonistin und einem ganz typisch englischen Setting. Eigentlich ist Mistletoe and Murder Teil 5 einer Serie, aber das kann man getrost vergessen. Man benötigt überhaupt keine Vorkenntnisse und es wird kaum über vergangene Fälle geredet. Die Tätertheorien, die Clara zu Beginn aufstellt, werden im Verlauf der Handlung widerlegt, allerdings kommt die Auflösung irgendwie doch ein bisschen aus heiterem Himmel. Clara hat plötzlich so eine Ahnung, was eigentlich hinter allem stecken könnte, die ich nicht nachvollziehbar fand. Es ist ein Fall von (Spoiler – wer es nicht wissen mag, kurz wegschauen) ‚Täter kommt erst ganz am Schluss aus dem Busch gesprungen, weil es von den Verdächtigen, mit denen man sich die ganze Zeit beschäftigt hat, doch keiner gewesen sein soll.‘ Möge es der Autorin verziehen sein. Die traurige Wendung am Schluss allerdings nicht.

Der Weihnachtsfaktor
Sogar in London gibt es zu Weihnachten Schnee und klirrende Kälte, außerdem eine hübsche Erkältung für die Protagonistin, die natürlich kaum beeinträchtigt ihren Fall zu Ende löst. Miss Sampford hat ein großes Haus und (allen Umständen zum Trotz) genügend Personal, es gibt also reichlich gutes Essen, auch zu den Feiertagen. Die unangenehme Sache mit dem Spuk raubt allerdings einen guten Teil der festlichen Stimmung und so bleibt das Erleben und Feiern über die Feiertage weit zurück hinter den Erwartungen. Der unerwartete Todesfall tut sein Übriges dazu. Man könnte sagen, dass eben auch Weihnachten ist, während Clara den Fall löst, aber eher im Hintergrund. Das Saisonalste ist tatsächlich das Wetter. Ach so, ich glaube, Cracker werden mal irgendwann gezogen …

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