Kranke Autoren im Produktivitätstaumel

AutorInnen werden gelegentlich krank, wie andere Menschen auch, aber es gibt einen großen Unterschied: Sie wollen unbedingt arbeiten, wenn sie krank sind. Während andere schlafen, fernsehen, lesen, Suppe schlürfen, heiße Bäder nehmen oder in Fieberträumen dahindämmern, denken sich Autoren: Ich hab endlich Zeit zum Schreiben!

Was zunächst lobenswert, verständlich oder sogar ein bisschen irre klingt, hat einen Haken: Es funktioniert nicht. Nie. Man braucht zum Schreiben nämlich nicht nur Zeit, sondern vor allem auch Konzentration, Energie und Ausdauer, von der Muse ganz zu schweigen, die grundsätzlich keine Siechen küsst. Der kranke Körper lässt sich nicht überlisten, nein. Er gibt den Kopf nicht frei, sondern beschäftigt den Geist genauso wie den ganzen Rest mit der Genesung. Und dabei ist es fast egal, welches Leiden man hat – Kreativität flieht vor Kranken.

Liebe AutorInnen, macht euch nichts draus, wenn es euch schon so gegangen ist. Mir ist es passiert und allen anderen ebenso, mit denen ich schon gesprochen habe. Ein typischer Fall von idealistischer Selbsttäuschung. Habt bitte kein schlechtes Gewissen deshalb – die Zeit bleibt nicht ungenutzt. Nach vollendeter Heilung sind die Kräfte wieder frisch und der Geist klar. Man darf beim Kranksein nichts tun. Ich hab den Verdacht, dass Kranksein genau das bezweckt … 😉 Und falls du krank bist, wenn du das hier liest: Gute Besserung und möge die Schreibforce bald wieder stark in dir sein!

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