Totentanz um Mitternacht (kostenlos)

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Foto von Alexas_Fotos/pixabay.com

Tiefschwarze Nacht liegt über dem alten, verlassenen Friedhof. Der strömende Regen fließt wie eine Sintflut vom unsichtbaren Himmel, schlängelt sich in zischenden, blubbernden Rinnsalen über den frostigen Boden. Frances Bacon, die furchtlose Geisterjägerin, steht an einem offenen Grab, in der Hand ihre unverzichtbare Speziallampe, mit der sie allerhand Arten von Kreaturen sichtbar machen kann. Sie leuchtet in die Tiefe des Erdreiches hinab und erschauert. Der Lichtstrahl wandert über einen reglosen Körper. Ihr ist klar, dass da unten nichts Lebendes mehr ist. Ein zynisches Grinsen zuckt über ihr Gesicht. Als ob sie es jemals mit Lebenden zu tun hätte! Nein, ihr Klientel sind die Wesen der Nacht, die Vampire, Werwölfe, Geister,  Zombies, dämonische Gestalten; die Untoten und Halbmenschen, von denen die Sterblichen nichts wissen. Und sie sorgt dafür, dass es so bleibt.

„Ich weiß, dass du da bist!“ Unhörbar, ohne einen Lufthauch zu erzeugen, taucht eine Gestalt neben ihr auf; sie sieht ihn erst, als er direkt neben ihr steht. „Amorus, natürlich. Verfolgst du mich?“

Der Mann im schwarzen Umhang lächelt charmant. „Selbstverständlich. Irgendjemand muss doch auf dich aufpassen.“

„Ich jage Vampire, vergiss das nie.“

„Mein Wort darauf.“ Er sieht in das Grab. „Wer ist der Kopflose?“

„Wenn ich das wüsste. Meine Lampe ist keine Hilfe, sie zeigt keinerlei Farben an.“

„Sein Geruch sagt mir, dass er bereits eine Weile tot ist. Mit einer Weile meine ich mindestens hundert Jahre.“

„Also kein Mensch; ich erkenne keinerlei Spuren von Verwesung oder Blut. Könnte ein Vampir sein.“

Amorus legt besorgt einen Finger an sein glattes, ebenmäßiges Kinn. „Das klingt unangenehm. Ein Mord in der Vampir-Gemeinschaft – ich werde der Sache auf den Grund gehen.“

Frances packt ihn an seinem Umhang. „Halt, nicht so schnell. Das ist mein Job! Du weißt, was passiert, wenn du dich unter die falschen Wesen mischst. Die meisten hassen Vampire und ich werde alle befragen müssen, auch die Werwölfe und die Zombies. Noch kann ich nichts ausschließen und die Wahrscheinlichkeit, dass es einer von ihnen war, ist enorm. Wir stehen vielleicht am Beginn einer neuen Blutfehde. Ich will nicht, dass du durch einen unbedachten Racheakt die Sache eskalieren lässt.“

Er streift ihre Hand ab. „Ich werde aufpassen. Du enttäuschst mich, Frances. Nach all den Jahren traust du mir immer noch nicht?“

„Einem Vampir traue ich niemals, nimm es nicht persönlich. Und nun sollten wir diesen Körper untersuchen und uns auf die Jagd nach seinem Henker machen.“

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Das Spiel

Dies ist ein lustig-gruseliges Krimi-Spiel für eine beliebige Anzahl erwachsener Spieler (jedoch mindestens 4) und einen oder zwei Spielleiter. In drei Runden beantworten die Spieler Fragen und lösen Aufgaben. Vor, nach und zwischen den Runden können Pausen und Essensgänge eingelegt werden. Toll sind passende Speisen und Getränke, die gruselig aussehen und/oder entsprechende Namen haben. Ideen und Anleitungen gibt es in vielen Büchern, Magazinen und auf Webseiten (dieses Spiel enthält keine Rezepte oder Vorschläge). Bei einer Gruselparty sollte entsprechend dekoriert sein und die Gäste dürfen in Kostümen kommen – das ist schon der halbe Spaß.

Spielleiter

Es gibt zwei Ermittler – die Geisterjägerin Frances Bacon und den Vampir Amorus. Der Spielleiter kann sich aussuchen, wer von beiden er sein möchte, und sich entsprechend kostümieren. Auch zwei Spielleiter sind möglich, und beide können eine der Rollen übernehmen und sich die Aufgaben teilen.

Spielverlauf

Es werden vier Gruppen gebildet bzw. es gibt vier Spieler. Zu Beginn des Spieles liest der Spielleiter die Einleitung vor. Wahlweise kann ein Teil davon auch zu zweit vorgespielt werden, dann werden die beschriebenen Handlungen (z.B. xy fasst sich an die Nase) einfach von den Darstellern ausgeführt statt vorgelesen. Während des Spieles liest der Spielleiter die Textpassagen vor und stellt nach jeder die Frage oder Aufgabe an die Gruppe, die gerade dran ist. Nach Beantwortung oder Ausführung durch die Gruppe entscheidet der Spielleiter, ob die Gruppe einen Punkt bekommt oder nicht. In jeder Runde gibt es 16 Fragen oder Aufgaben.

Spieldauer

Pro Runde kann man 1 h Spielzeit einrechnen; wie lange es genau dauert, hängt davon ab, wie schnell oder langsam die jeweiligen Spieler sind.

Download

Anleitung & Ablauf

Spieltext

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Bild by werner22brigitte/pixabay.com

4 Kommentare

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