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5 Fragen und Antworten – was Leser von Autoren in den sozialen Medien wissen möchten

Es wird spannend! Und erhellend. Nach meinem letzten Blog-Artikel zum Thema Autoren in den sozialen Medien, der bei mir einige Fragen aufgeworfen hat, habe ich mich an diejenigen gewandt, die die Antworten geben können. Ich habe acht Buch-affinen Menschen, die ich persönlich oder über das Internet kenne und von denen ich weiß, dass sie in den sozialen Medien rührig sind, fünf Fragen gestellt. Meine Interviewpartner kommen aus dem Buchhandel, betreiben Bücherblogs oder andere Literaturseiten und sind alle Vielleser und lieben Bücher (und Autoren? 😉 ).

Die Fragen

  1. Nach welchen Kriterien wählst du aus, mit welchen Autoren du in Kontakt trittst? (Der erste Schritt: in sozialen Medien suchen, befreunden, Fan werden, folgen etc.)
  2. Was möchtest du prinzipiell von Autoren wissen (unabhängig von den sozialen Medien – früher erfuhr man z.B. nur das, was auf dem Buchrücken oder im Innenteil stand, oder man sah mal ein Foto)
  3. Was möchtest du von Autoren in den sozialen Medien erfahren? Gibt es da einen Unterschied, um welche Plattform es sich handelt?
  4. Was langweilt, nervt, ärgert dich, was Autoren gern posten?
  5. Gibt es Autoren, die für dich ein positives Beispiel für gelungene social-media-Kommunikation sind?

Die Antworten haben mich überrascht. Klar, es gibt gegensätzliche Meinungen, aber überwiegend ist die Einstellung zu dem, was Autoren so von sich geben, ganz schön positiv. In manchen Punkten sind sich alle einig, in anderen ist die Bandbreite groß. Ich habe die Antworten jeweils zusammengefasst.

Die Antworten

1. Bei der ersten Kontaktaufnahme spielt das jeweilige Buch eine große Rolle. Wenn das Werk positiv aufgefallen ist – oder auch nur eine Leseprobe davon, eine  Buchbesprechung etc. bzw. der Autor bei einer Lesung – kann es sein, dass sich der Leser über den Autoren weiter informieren möchte und ihn im Web sucht. Ob es hier zu einer aktiven „Beziehung“ kommt (also eine Freundschaft oder ein „Gefällt mir“ auf einer Seite) hängt anschließend sehr davon ab, wie sympathisch der Autor dem Leser ist oder wie produktiv der Kontakt eingeschätzt wird. Gerade die Buchblogger bekommen oft sehr viele Freundschafts-Anfragen von Autoren und sind in der Regel auch offen dafür, diese anzunehmen. Hier kann es aber auch zum gegenteiligen Effekt kommen – überschüttet von zu vielen Anfragen von Autoren nimmt mancher kaum noch welche an (was dann aber auch am Inhalt der einzelnen Postings liegt, mit denen man so im Lauf der Jahre Erfahrungen gesammelt hat).

2. Ganz oben auf der Liste stehen (einmalige) Infos zu Neuerscheinungen und zum Entstehungsprozess der Bücher, Hintergründen zum Werk, Infos zur Recherche oder zur Rezeption des Buches. Für relativ viele ist es interessant, Privates über den Autoren zu erfahren, um ihn besser kennenzulernen, seine Persönlichkeit, seine Interessen, seinen eigenen Lesestoff oder wie er selbst zu seinem Werk und seinen Charakteren steht; für manche spielt das dagegen keine Rolle.
Nicht so interessant ist die immer wiederkehrende Frage, wie jemand zum Schreiben gekommen ist.

3. Facebook steht bei meinen Interviewpartnern ganz oben auf der Liste der genutzten social media, was vermutlich auch daran liegt, dass ich Leute gefragt habe, mit denen ich über FB in Kontakt stehe. 🙂 Einige nutzen ansonsten keine anderen Portale – FB wird als übersichtlich und ausreichend empfunden. Daneben ist Lovelybooks eine gefragte Community, vor allem, weil es hier Leserunden gibt, in denen man Buch und Autor sehr gut kennenlernen kann. Meist erwünscht sind die Punkte aus 2., manchmal ist das Interesse an privaten Infos nicht so groß.

4. Werbung, Werbung, Werbung. Eigenwerbung. Streuung von Werbung in zu vielen Gruppen. Infos zu Schreibfortschritten. Anpreisung von kommenden oder gelaufenen Lesungen. Zu viel Privates. Posten von Rätseln, Gewinnspielen und Lovelybooks-Aktionen. Jammern und Beschweren über negative Rezensionen. Leute, die sich Autor nennen, aber schrecklichen Schrott schreiben. Freundschaften suchen, nur um Käufer zu finden. (Das ist eine Auflistung der erwähnten Dinge, ungefähr nach Gewichtung, also das Unerfreulichste an erster Stelle; nicht alle haben alles genannt).
Mit der Leser-Autor-Beziehung ist es ein bisschen wie bei einem Flirt – zu viele Offenbarungen zerstören den Zauber, zu viel Nähe muss nicht sein, etwas Geheimnisvolles darf gern bewahrt werden.

5. Hier kam eine ganze Liste zusammen. Ich setze die alphabetisch sortierte Aufzählung an den Schluss des Artikels.

6. Zusatzfrage: Was möchtest du sonst noch zu dem Thema zu sagen?
Mehrfach bemängelt wurde die Existenz von regelrechten Autorengroupies, vor allem bei männlichen Autoren, die quasi den Boden unter seinen Füßen küssen und jedes Werk in den Himmel loben, auch mit übertrieben positiven Rezensionen. Möchte man das als Autor? Als Leser offenbar nicht. Die Frage ist natürlich, ob diese Groupies den Autoren einen guten Dienst erweisen. Oder auch, was man als Autor überhaupt dagegen tun könnte.
Es kam ebenfalls zur Sprache, wie gläsern oder authentisch ein Autor sein muss. Muss man alles über ihn erfahren und wie wichtig ist es, dass sein Erscheinungsbild zu seinem Genre passt? Was macht ihn authentisch? Was wirkt unecht? Sicherlich ein Punkt, über den man sich noch mal gesondert Gedanken machen kann …
Dass sich Autoren auch in Büchergruppen beteiligen, wurde von einer Person als positiv genannt. Wenn hier mal etwas Humorvolles rüberkommt, macht das sympathisch.

Ich freue mich über Kommentare und weitere Beiträge dazu! Lass mich wissen, was du dazu denkst.

Liste der in den sozialen Medien positiv aufgefallen Autoren

Ramona Ambs
Petra A. Bauer
Margot S. Baumann
Lilli Beck
Carla Berling
Rüdiger Bertram
Emily Bold
Michael Disseux
Horst Eckert
Edgar Franzmann
Kerstin Gier
Alban Nikolai Herbst
Andreas Izquierdo
Reinhard Jahn
Katrin Koppold
Inge Löhnig
Gina Mayer
Britta Orlowski
Ivy Paul
Frank Maria Reifenberg
Britta Sabbag
Martina Sahler
Petra Schier
Melisa Schwermer
Barbara van den Speulhof
Arthur Gordon Wolf

Einen frohen 1. Advent!

Meinem Gefühl nach ist es immer noch Ende Oktober. Das ist sehr merkwürdig, denn wir stehen kurz vor dem Dezember und der Vorweihnachtszeit! Ich habe mit Plätzchenbacken angefangen und plane fürs Wochenende, die Weihnachtsdeko anzubringen, aber ich fühle es noch nicht. Schade. 😦 Wo ich doch sonst so ein Weihnachtsfan bin. Auch arbeitsmäßig herrscht weiterhin die Herbstflaute vor. Ich habe lange gebraucht, um mich von meiner Krankheit zu erholen, aber allmählich sollte ich mich wieder in eine Arbeitsroutine einfinden.

Zwei kleine Neuigkeiten kann ich verkünden:

1. Der zweite W.O.L.F.-Detektivroman wird auch als eBook erscheinen!

2. Die zwei W.O.L.F.-Bücher werden Anfang des nächsten Jahres auf Antolin.de zu finden sein. Dazu arbeite ich demnächst zu beiden ein paar interessante Fragen heraus. Das Ganze ist eine Idee des Verlages, ich selbst kannte die Plattform nicht, habe sie mir aber natürlich angesehen. Antolin will Kinder dazu bringen, mehr zu lesen und über das Gelesene nachzudenken, und dazu können die Kids Quizze zu den Büchern, die sie kennen, absolvieren. Sieht wirklich sehr spannend aus und man kann sich dort zwei Beispiele ansehen. Für das komplette Vergnügen muss man sich dann anmelden.

Meine nächsten Projekte, denen ich mich widmen möchte, sind zuallererst den dritten Penelope-Plank-Band Wo die Moorschafe sterben zu überarbeiten und als eBook zu veröffentlichen, und anschließend mir den Kopf über ein Theaterstück zu zerbrechen, das schon jahrelang fast fertig ist, für das mir aber immer noch der Schluss fehlt.
Bei meiner Krimireihe um Penelope Plank ist es ja so, dass Band 1-3 nicht mehr erhältlich sind, deshalb gibt es 1 und 2 bereits als eBook bei amazon.de für alle, die sie noch gern lesen möchten. Band 4 und 5 sind weiterhin über den Buchhandel zu beziehen oder ebenfalls als eBook, es fehlt also im Moment noch Band 3, dann kann man wieder alle fünf Bücher der eigenen Bibliothek hinzufügen.
Was das Theaterstück angeht, das ist ein echter Prüfstein für mich. Das hat es noch nie bei irgendeinem Text gegeben, dass ich keinen Schluss gefunden habe. Und ich habe keine Ahnung, woran es liegt! Das geht so natürlich nicht. Das muss! 😉

P.S.: Gerade ist mir noch etwas eingefallen – ich habe meine Fanseite bei Facebook tatsächlich gelöscht. Natürlich hat es mir auch leid getan, da waren liebe Leute und ich habe über die Jahre viel Arbeit reingesteckt. Es hat sich aber einfach nicht mehr gelohnt. Prinzipiell würde ich so etwas gern irgendwo neu anfangen, denn es hat viel Spaß gemacht, aber ich weiß keine vernünftige Alternative. Wichtig wäre auf jeden Fall, dass der Seitenbetreiber nicht einen Teil der Beiträge den Lesern vorenthält, denn das war für mich der Hauptgrund, meine Fanseite zu löschen.
Wer nun aber gern mehr von mir lesen möchte als nur hier im Blog, hat immer noch die Möglichkeit, sich für meinen Newsletter anzumelden. Ich hatte jetzt zwar eine längere Pause, möchte ihn jedoch wieder aufleben lassen, als Alternative zur Fanseite.

 

17 Dinge, die deine Facebook-Leser lieben werden

Nach den 17 Dingen, die deine Facebook-Fans absolut nicht interessieren, kommen heute die 17 Dinge, die immer ankommen. Allerdings muss man hier manchmal unterscheiden zwischen der Fanseite und dem Profil. Gestern ging es nur um die Fanseite, heute um beides. Meine Erfahrungen müssen übrigens nicht immer auf alle zutreffen. Während ich z.B. gestern schrieb, dass off-topic-Posts wie zu vermittelnde Hunde gar nicht gefragt sind, dann trifft das natürlich nicht auf die Seite eines Tierheimes zu (wo es natürlich nicht off-topic wäre). Und du wirst sehen, dass Tierbilder wohl doch nicht so schlecht sind. Hier kommen die 17 Wege, deine Leser zu erobern.

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  1. lustige Posts
  2. lustige Fotos
  3. herausragende Fotos (Profi und -Fastprofiaufnahmen)
  4. Fotos der eigenen Haustiere (besonders auf Profilen und das beliebig häufig – die Leute klicken immer)
  5. lustige Cartoons (funktioniert auf dem Profil, auf der Seite nicht)
  6. Jammern übers Wetter oder Häme, wenn man besseres Wetter hat als die anderen
  7. gute-Laune-Ausbrüche
  8. Krankheitsmitteilungen (von sich oder dem Haustier)
  9. alles zum Thema Essen, am besten mit Fotos und am besten Kuchen
  10. Meinungsumfragen (nur selten verwenden)
  11. Ankündigung einer Facebook-Auszeit (das finden alle bei Facebook toll)
  12. Gartenfotos, am besten in Kombination mit etwas Essbarem
  13. originelle Mitteilungen der eigenen Weltsicht oder von Erlebnissen
  14. Makabres, Bissiges, Zynisches, manchmal auch Sinnloses

    und zum Schluss noch die Top-3-Highlights für eine Autorenfanseite bei Facebook:
  15. Fotos vom Unterschreiben eines Buchvertrages
  16. Fotos von der Arbeit und dem aktuellen Arbeitsplatz
  17. Herausheben besonderer Errungenschaften wie ein TV-Auftritt, ein neues (eigenes) Buch (untergebracht, beendet oder gerade erhalten), Preisverleihung usw.

 

17 Dinge, die deine Facebook-Fans absolut nicht interessieren

Die Facebook-Gemeinde ist ein Mysterium – manches bewegt sie, anderes nicht. Hier kommen wir der Sache auf die Spur. Wenn du eine Facebook-Seite hast (oder auch nur ein Profil), findest du hier Erleuchtung darüber, was du dir verkneifen kannst zu posten, weil es eh kaum jemanden interessiert. Manches ist Autoren-spezifisch, anderes nicht.

  1. deine Fortschritte beim Schreiben eines neuen Buches (außer, es ist lustig)
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  2. TV- und Lese-Tipps
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  3. Videos/Songs
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  4. Werbung für deine Bücher oder Lesungen
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  5. Infos über neue Rezensionen, die du erhalten (oder geschrieben) hast (außer, sie sind sehr lustig oder provokativ oder du regst dich total darüber auf)
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  6. Empfehlungen für die FB-Seiten anderer
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  7. wenn du dich bei einem treuen Fan mit einem Buch bedanken willst – alle anderen interessiert es nicht und der Fan sucht irritiert das Weite
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  8. Links zu neuen Artikeln in deinem Blog
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  9. Details zu Recherchen
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  10. Cartoons und Comics (egal, wie lustig)
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  11. Links zu Verlosungen und Gewinnspielen anderer
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  12. Links zu Artikeln anderer
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  13. Off-topic-Posts wie Hunde, die ein neues Heim suchen (wenn du eine Krimiseite hast)
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  14. Titelbildwechsel auf deiner FB-Seite
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  15. Links zu Posts anderer FB-Teilnehmer
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  16. zu viele Leseproben oder Textauszüge
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  17. häufige Zitate aus deinen eigenen Werken
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Morgen erfährst du, was bei den Facebooknutzern angesagt ist.

 

Facebook – das ewige Rätsel

Vor einiger Zeit habe ich schon einmal etwas dazu geschrieben, wie sich AutorInnen in den Social Media präsentieren können. Facebook war dabei auch ein Thema. Ich gebe zu, dass Facebook für mich ein ständiger Grund für Grübeleien ist, was hauptsächlich daran liegt, dass ich a) nicht so ganz draus schlau werde und b) ich einen Verstand habe, der ständig mit der Optimierung von Arbeitsabläufen beschäftigt ist, was bei Facebook aber auf geheimnisvolle Weise nicht möglich zu sein scheint. a) bedeutet übrigens nicht, dass ich nicht weiß, wie man Facebook bedient, sondern, dass es dort mysteriöse Abläufe im Hintergrund gibt, gesteuert von den Programmierern und der Geschäftsführung, die nicht für des normalen Users Einsicht gedacht sind. Was ich hier schreibe, sind also die Ergebnisse meiner Beobachtungen und Überlegungen. Andere Leute mögen zu anderen Folgerungen kommen.

Ich bin tatsächlich immer noch der Meinung, dass man als AutorIn eine Seite bei Facebook haben sollte. Wie viel man von sich preis gibt, bleibt einem ja selbst überlassen, und unbestritten ist, dass man über Facebook viele Möglichkeiten hat zur Beschaffung von Informationen, zum Beobachten der Konkurrenz und Aufbauen von Netzwerken. Hier muss man übrigens unterscheiden zwischen dem Facebook-Profil, das überwiegend privaten Zwecken dienen soll (jedenfalls so die Statuten), und der Fanseite, die fürs Professionelle dient.
Egal, wie oft ich mir schon überlegt habe, dass bei FB alles für die Katz‘ ist – ich komme immer wieder zu dem Schluss, dass es trotzdem blöd wäre, alles hinzuschmeißen. Es ist eben doch nicht alles für die Katz‘, aber FB macht es einem zunehmend schwer, irgendetwas zu erreichen. Dazu gleich mehr.
Als AutorIn sollte man deshalb nicht auf eine Facebook-Nutzung verzichten, weil heutzutage es so absolut üblich ist, dort nach Informationen zu suchen. Wenn ich etwas über einen Promi wissen will, schaue ich, ob er bei FB ist. Oder eine Firma, ein Verlag, ein Buch etc. Ist jemand nicht auf Facebook, gibt mir das zu denken. Ganz unglücklich finde ich es, wenn Promis (meist ältere) vor den Kameras kundtun, dass sie nicht bei Facebook sind und das alles nicht verstehen. Natürlich hat nicht jeder Lust, sich damit zu beschäftigen, aber es gehört heutzutage zum Geschäft.
Und ich will noch nicht einmal sagen, dass Facebook das Nonplusultra ist. Ganz im Gegenteil. Es vergeht kein Tag, an dem ich mir nicht überlege, dort zu kündigen.

Wenn man als AutorIn bei Facebook ist, hat man schnell das Gefühl, dass die Welt nur noch aus AutorInnen besteht. Es ist einfach absolut unglaublich, wie viele Menschen sich als AutorIn bezeichnen und es womöglich auch sind (kann ich ja nicht nachprüfen). Das Ganze entwickelt eine Eigendynamik. Befreunde ich mich mit anderen AutorInnen, bin ich schnell in einem Kreislauf gefangen und es kommen immer mehr andere AutorInnen dazu. Manche sind an echtem Austausch interessiert, aber die meisten wollen nur, dass man ihre Bücher kauft und liest und am besten noch auf ihren Profilen davon schwärmt. Dazu kommt, dass Facebook einem Freundesvorschläge unterbreitet und auch die sind irgendwann nur noch aus der schreibenden Zunft. Ich kam an einen Punkt, wo meine Freundeskreis nur noch aus AutorInnen (= Konkurrenz!) bestand – eine echt deprimierende Erfahrung, noch dazu, wo ich doch dort war, um LeserInnen zu finden! Ich zog einen Schlussstrich, entfreundete ca. 1000 AutorInnen und beschloss, mein Profil nur noch privat zu nutzen und das Berufliche vorwiegend über meine Fanseite zu machen.

Am Anfang befreundete ich mich auch mit Verlagen und Lektoren. Ganz ehrlich – bringt überhaupt nichts. Die sind selbst nur daran interessiert, ihren Kram zu verkaufen. Vielleicht kann man hier und da aber etwas über eine Aktion aufschnappen, z.B. einen Schreibwettbewerb, eine Verlosung etc. Natürlich kann man sich dadurch über Verlage informieren, aber eigentlich kann man das auch, ohne mit ihnen auf FB befreundet zu sein. Kein Verlag wird ein Buch veröffentlichen, nur weil er mit dem Autor auf FB befreundet ist.

Die Fanseite – eine verzwickte Angelegenheit. Im Grunde eine gute Idee. Ich lege eine Seite an, auf der die anderen Fan werden können und somit über alles, was ich poste informiert werden. Ich schreibe dort über meine Arbeit, Recherchen, neue Bücher, Lesungen und andere Termine, poste Fotos und ab und zu auch mal etwas Privates. Es entsteht Kundenbindung oder sowas, meine Fans (ich rede eigentlich nicht gern von Fans, das ist ein Facebook-Ausdruck) sind immer up-to-date und können direkt in die Bücherläden rennen, wenn ein neues Werk von mir erscheint. Ach ja, das wäre schön …
Facebook hat anderes im Sinn. Sie sagen natürlich, dass über Facebook die Menschen vernetzt werden sollen, aber eigentlich geht es darum, Geld zu verdienen. Die Einnahmen aus den (peinlichen und qualitativ absolut minderwertigen Werbeanzeigen) genügen wohl nicht. FB möchte, dass man als Fanseiteninhaber dafür bezahlt, dass das, was man so schreibt, von mehr Leuten gelesen wird.
Wenn ich nun also eine Fanseite habe, die 300 Fans aufweist, und alles, was ich schreibe, wird diesen 300 Fans angezeigt – welche Motivation könnte ich haben, für dieses Geschreibsel Geld an FB abzuführen? Irgendwo gegen Null, wenn ich nicht eine große Firma mit einem ausgeprägten Werbeetat bin. Deshalb schafft FB eine künstliche Verknappung. Was ich poste (und das gilt für alle Seiten) wird nur noch einem kleinen Prozentsatz der Fans angezeigt. Es wird also hübsch zensiert – nicht inhaltlich, sondern mengenmäßig. Facebook tönt ja gern, dass es kostenlos bleiben wird, aber im Gegenzug schluckt es die Informationen, die die Fans erreichen sollen. Um das zu verdeutlichen, wird mir als Fanseiteninhaber bei jedem Posting (= Mitteilung) mit kleinen Statistiken dargestellt, wie wenige Menschen das jetzt gerade gelesen haben. Gern mal 3 oder 11 Personen (anonym) oder benannt als ominöse „Reichweite“ mit einer nebulösen Prozentzahl.
Übrigens erlaubt sich Facebook auch bei den Profilen schon lange, zu bewerten, was für die anderen sehenswert ist und was nicht.

Es ist so eine Art Mode geworden, die Fans der Seiten darauf hinzuweisen, dass sie die Mitteilungen der Seite nur regelmäßig sehen, wenn sie irgendwelche Einstellungen vornehmen und ganz oft „Gefällt mir“ klicken und Kommentare hinterlassen. Die Seitenbetreiber möchten das natürlich gern glauben. Aber meine Erfahrung ist, dass ich mich anstrengen kann, wie ich will – ich bekomme trotzdem nie alles angezeigt. Ich bin Fan von 134 Seiten und ich klicke oft „Gefällt mir“. Trotzdem erscheinen in meinem Feed die Neuigkeiten von höchstens 20 Seiten. Ab und zu suche ich die Seiten auf, die untergegangen sind, klicke wild meine Zustimmung, um die Seite damit wieder in meinen Newsfeed zu bugsieren – vergeblich. Es läuft nur noch darauf hinaus – ohne Moos nix los.

Das stellt mich natürlich noch mehr vor die Frage, warum ich überhaupt meine Facebook-Seite betreiben soll. Der Grund sind die 333 Fans, die ich derzeit habe, und die kleinen Highlights, die ich alle paar Monate mal erlebe. Es war ja auch Arbeit, so viele Fans zu finden – warum sie fallen lassen? Vielleicht geht ja irgendwann mal was. Im Grunde macht es mir Spaß, meine Seite bei FB zu pflegen – aber mit mehr Ressonanz wäre es eindeutig schöner.

Übrigens braucht man nicht zu denken, dass man bei Facebook nur ein Profil oder eine Fanseite anlegt, schon fluppt das und der Erfolg kommt von allein. Das fluppt nur, wenn man schon berühmt und erfolgreich ist. Dann macht man da eine Fanseite auf, sagt mal kurz in der Boulevardpresse Bescheid und schon hat man 10.000 Fans. Für alle anderen ist es einfach nur zähe, mühselige Arbeit, Fans zusammenzukratzen. Und wenn von 100 Fans dann tatsächlich mal einer ein Buch kauft, ist es schon gut gelaufen. Man darf nicht vergessen, dass man als AutorIn bei FB nur einer unter Tausenden ist. Es ist sehr, sehr schwer, sich von diesen anderen abzuheben. Man kann tolle Aktionen starten, um Leute anzulocken, – wie ein Auto verlosen z.B. oder eine Traumreise – aber wer hat das Geld …? Man kann Strategien entwickeln, wie man auf Facebook die richtigen Personen kontaktiert (sgn. Opinion Leaders, die gut verknüpft sind) und beeindruckt, wie man sich aus der Masse herausheben kann (durch ein tolles Alleinstellungsmerkmal) usw. Man kann jede Menge Arbeit und Zeit in dieses Konstrukt namens Facebook stecken, aber irgendwann muss man sich einfach fragen, wie die Kosten-Nutzen-Rechnung denn aussieht.
Auch ein Grund, warum ich so viel über Facebook nachdenke. Noch habe ich nicht herausgefunden, wie ich den ganz großen Coup landen könnte, aber ich bin sooo dicht davor! 😉

Mein Fazit: Facebook ist ein Moloch, der meine Zeit, Arbeit und Informationen verschlingt. Facebook macht auch Spaß, enttäuscht aber oft und bringt nicht halb so viel, wie ich mir erhoffte. Ich suche Alternativen (bisher nicht so gefunden) und nach der ultimativen Lösung des Problems (auch noch nicht gefunden). Es bleibt weiterhin in der Schwebe, überraschende Wendungen sind möglich.

P.S.: Alles geschrieben unter der Prämisse, dass FB kein Geld von mir erhalten hat oder jemals erhalten wird.