Schriftsteller

Interview mit einem Schriftsteller

Ich bleibe noch einmal bei dem Thema Autoren und was sie von sich geben. Auf der Seite The Reading Room gibt es eine Zusammenstellung von sieben Interviews mit berühmten AutorInnen wie J.K.Rowling (ehe der Rummel um Harry Potter begann), Scott F. Fitzgerald oder Harper Lee. Interessant machen den Artikel vor allem auch die Kommentare zu den einzelnen Interviews, die mehr zu den Umständen verraten, unter denen die jeweiligen Schriftsteller sich äußerten – vor oder nach einem durchschlagenden Erfolg, mitten in einer tiefen, dunklen Phase, oder auch als einziges Interview in ihrem ganzen Leben. Manche sind zum Nachlesen, andere zum Anschauen – alle sind in Englisch.

When we learn about an author, we understand more about his or her work. That’s why readers can’t get enough of literary interviews! (The Reading Room)

Schriftstellerfilme

Schriftsteller sind immer wieder beliebte Protagonisten in Filmen. Woran das wohl liegt? Man sollte meinen, sie führen kein so aufregendes Leben, dass sie gute Filmhelden abgeben. Andererseits kann man so herrlich viele Klischees in Spiel bringen, wie bei Die Insel der Abenteuer mit Jodi Foster, wo die Autorin wegen ihrer Ängste das Haus nicht mehr verlässt und sich von Angesicht zu Angesicht mit ihrem eigenen, von ihr erschaffenen Helden herumplagen muss. Oder Jack Nicholson in Besser geht’s nicht, der einen sturköpfigen Neurotiker darstellt. Oder Jeff Daniels in Der göttliche Mr. Faber, der einst einen Hit landete und nun orientierungslos zuhause dahinvegetiert. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass viele Filme aus Büchern entstehen und Autoren so wahnsinnig gern über Autoren (also sich selbst) schreiben. Ich habe eine kleine Liste mit Schriftstellerfilmen, die sehenswert, amüsant oder auch nur nett sind – keine vollständige natürlich, sie wird ab und zu ergänzt. Wer gern Filme mit Schriftstellern in der Hauptrolle mag, findet hier vielleicht noch ein paar Anregungen.

Midnight in Paris

Insel der Abenteuer

Funny Farm

Der Preis (1963) mit Paul Newman

Die Zürcher Verlobung

Schnee am Kilimandscharo

Forrester gefunden

Alex + Emma

Besser geht’s nicht

Down With Love

Wer ist die Braut?

Der göttliche Mr. Faber

Besonders zitatergiebig sind Filme, wenn übers Schriftstellerdasein gesprochen wird (s.u.). Nicht gefallen hat mir der Tatort Wenn Frauen Austern essen. Ich mag den Tatort eh nicht, hab mir diesen aber angeschaut – eben weil es um Schriftstellerinnen geht. Die waren aber alle ganz schön daneben und das noch nicht mal lustig.

Onkel: Und ich hatte gedacht, dass du endlich heiratest. Du hast nichts, bist nichts, kannst nichts … Juliane: Na, erlaube mal, Onkel Julius, ich kann schreiben! Onkel: Ach, schreiben – das ist doch kein Beruf! (aus Die Zürcher Verlobung mit Lieselotte Pulver)

Die Begabung ist die Voraussetzung für den Beruf eines Schriftstellers. Wenn man die hat, ist es gut; sonst rate ich dir was anderes. Geh von Tür zu Tür und verkauf Seife. Wäre nicht mal ein schlechter Job; bringt viel Geld. Aber ein guter Schriftsteller zu werden, das ist nicht so einfach. Es ist eine Jagd, mein Junge, eine Jagd, bei der ein Mensch immer seinen Verstand gegen Dummheit und Bosheit einsetzen muss. Es ist eine lebenslängliche und einsame Jagd. Seine Beute ist die Wahrheit und sie zu lehren, und ein fester Glaube, um nach ihm zu leben. Zwei Dinge, für die man sich aufgeben muss, um sie in sich selbst finden zu können. Ich weiß nicht, ob du genug Kraft hast, um das durchzuhalten. Der Spur zu folgen, wohin immer es auch sei, durch viel Schmerz und viel Leid, durch Hölle und Himmel. Hast du die Kraft, helfe dir Gott und beschütze dich. (aus Schnee am Kilimandscharo)

Aha-Momente mit der Zürcher Verlobung

Onkel: „Und ich hatte gedacht, dass du endlich heiratest. Du hast nichts, bist nichts, kannst nichts …“
Juliane: „Na, erlaube mal, Onkel Julius, ich kann schreiben!“
Onkel: „Ach, schreiben – das ist doch kein Beruf!“

Nachdem mir schon das Remake von Die Zürcher Verlobung so gut gefallen hatte, wollte ich mir endlich einmal das Original mit Liselotte Pulver von 1957 ansehen. Das brachte einige kostbare Momente mit sich. Wer die Geschichte nicht kennt: Juliane ist eine Schriftstellerin (!), die sich gerade von ihrem Fast-Verlobten Jürgen trennt, nachdem der sie betrogen hat. Genau zu dieser Zeit, als sie orientierungslos bei ihrem Onkel in der Zahnarztpraxis mitarbeitet, läuft ihr ein Mann über den Weg, ein Schweizer Arzt, in den sie sich Hals über Kopf verliebt und dem sie es verdankt, dass ihr neues Manuskript verfilmt wird.

Jürgen: „Wo hast du denn den kennengelernt?“
Juliane: „Hier in der Praxis.“
Jürgen: „Aha. Liebe auf den ersten Biss!“
Juliane: „Bitte sei nicht geschmacklos.“

Dieser bedeutsame Dialog zeigt eins: Liebe auf den ersten Biss wurde nicht von den Vampirromanschreibern erfunden! 😉

Auf jeden Fall erwähnenswert ist die herausragende Namensgebung bei den Charakteren im Film: Juliane, Julius, Jürgen, Jean … War das gerade der J-Film? Wie bei Hundwürfen, die ja auch alphabetisch durchbenannt werden. Wenigstens einer der männlichen Hauptdarsteller durfte aus der Reihe tanzen – er heißt Paul, genannt Büffel. Was machen wir Schreiber uns also immer so unnötige Gedanken über abwechslungreiche Namen unserer Charaktere …? 😉

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