Winter

Sterne im Winter

Wo es gerade auf den Frühling zugeht, fand ich es an der Zeit, meine Seite Winterstern zu überarbeiten. 😉 Sie hat ein ganz neues Aussehen bekommen; die Inhalte sind zunächst noch dieselben (größtenteils), allerdings überarbeitet (viele). Alles ist wunderschön geworden.

Eigentlich hatte ich die Überarbeitung gar nicht so schnell vor, aber nach dem Anlegen von Krimi mit Gästen habe ich Winterstern auf WordPress umgestellt und entdeckt, dass plötzlich gar nichts mehr da war. Deshalb habe ich mich jetzt doch damit beeilt. Die Seite ist zu ca. 80 % fertig und lohnt einen ersten Besuch. Bin gespannt, was ihr sagt. 🙂

cafe_winterstern

Der Krimigarten im Januar

Als es vor kurzem geschneit hatte, wollte ich die Gelegenheit nutzen, um ein paar schöne Schneebilder im Garten zu machen. Leider war es nur ein trüber Tag, aber es ist trotzdem erfrischend zu sehen, was es auch im Januar alles zu entdecken gibt. 🙂 Die schneefreien Fotos sind dann bei Sonnenschein entstanden. Einige Pflanzen nutzen diese Kälte, um auszutreiben, z.B. die Zwergschwertlilie, die tatsächlich das letzte Jahr überlebt hat (die kleinen Dinger sollen ja sehr anspruchsvoll sein, was den Standort angeht), und der Italienische Aronstab. Mit Blüten erfreuen derzeit die Christrosen und die Zaubernuss, und über die Beeren der Zwergmispel freuen sich die Vögel. Ihr Rot ist aber auch sonst in dieser eher grauen bis weißen Zeit eine hübsche Abwechslung.

Linda allein unterwegs

Ein Brüllen zerriss unerwartet die gedämpfte Stille. Linda setzte sich vor Schreck in den Schnee. Der Braune stieg panisch und wieherte; sie musste den Zügel mit beiden Händen fest umklammern, um ihn am Davongaloppieren zu hindern. Sie kämpfte sich hoch und sah sich vorsichtig um. Was für ein Tier war das? Es hatte beängstigend nah geklungen, doch das konnte täuschen. Linda erstarrte, als sie erkannte, was auf sie zugestürmt kam. Ein riesengroßer Grizzlybär setzte durch den Schnee, hielt direkt auf sie zu, das Maul halb aufgerissen. Sie hatte keine Zeit, zu fliehen, sie musste handeln, jetzt!

Mit den Zähnen zog sie sich die Handschuhe aus und ließ sie in den Schnee fallen. Linda löste die Schnalle des Gewehrhalfters am Sattel und zog die Waffe heraus. Sie rutschte ihr aus den Händen, sie hob sie flugs wieder auf. Der Braune tänzelte unruhig neben ihr herum. Linda hielt den Zügel fest und entsicherte das Gewehr. Sie legte an, versuchte, den Bär ins Visier zu nehmen, obwohl das Pferd immer wieder an ihrem Arm ruckte. Als sie dachte, dass sie es nicht besser hinbekommen würde, drückte sie ab. Der Schuss knallte ohrenbetäubend, der Rückstoß verrenkte ihr fast die Schulter, weil sie keinen sicheren Stand fand, doch der Bär wurde langsamer. Hatte sie ihn getroffen? Sie wusste es nicht. Sie legte noch einmal an und schoss, und ein drittes Mal. Dieses Mal war sie sicher; auch wenn sie ihn nur gestreift hatte, der Bär reagierte. Er jaulte auf, wandte sich um und nahm Reißaus. Linda zitterte am ganzen Körper vor Erleichterung. Der Grizzly war so nah gewesen, sie meinte, ihn riechen zu können. Sie klopfte dem Braunen beruhigend den Hals und sicherte das Gewehr, ehe sie es ins Halfter zurücksteckte.

Der Bär musste auf der Suche nach Futter sein und das Pferd gewittert haben. Andrew hatte ihr erklärt, dass Grizzlybären im Winter meist schliefen, aber leicht aufwachten und dann umherstreiften, um ihren Hunger zu stillen. Den Weg zu den Bäumen würde sie jedenfalls nicht mehr nehmen, denn dorthin war der Grizzly geflohen. Sie machte kehrt und stapfte den Berg in die andere Richtung hinunter.

Ein fernes Grollen ließ sie aufhorchen. Der Braune spitzte die Ohren und wandte den Kopf, schnaubte, wurde unruhig. Das Grollen kam näher und näher, wurde immer lauter; sogar der Boden begann zu vibrieren. Linda blieb fast das Herz stehen, als ihr klar wurde, was auf sie zukam. Sie sprang förmlich in den Sattel, riss das Pferd mit den Zügeln herum und gab ihm die Sporen. Mit Galoppsprüngen pflügte der Braune durch den tiefen Schnee, auf die dichtstehenden Bäume zu. Linda hatte keine Ahnung, wo die Lawine verlaufen würde; der Wald war ihre einzige Hoffnung, halbwegs verschont zu werden.

Das Pferd kam nur langsam voran, obwohl es sich enorm anstrengte, größere Sprünge zu machen. Es versank mit jedem Schritt und musste sich wieder herausarbeiten. Linda trieb es weiter an. Nur jetzt nicht aufgeben. Das Tosen und Grollen wurde ohrenbetäubend, erste Felsbrocken kullerten an ihnen vorbei, gleich darauf konnte sie nicht mehr unterscheiden, woher der Schnee kam, ob von oben, von unten, vorn oder hinten – er kam von allen Seiten auf einmal, drang in jede Körperöffnung ein, riss dem Pferd die Beine weg. Linda schloss die Augen und klammerte sich am Sattel und den Zügeln fest.

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